CMT: Trends und Events im Erlebnisraum Natur

Der erste Frühlingsbote ist da: die CMT zeigt am ersten Wochenende die Sonderpräsentation “Fahrrad- und ErlebnisReisen mit Wandern”. Sie steht ganz im Zeichen des 200jährigen Geburtstags des Fahrrads. Ein Blick auf die Vorzeichen.

Gründungsgeschichte der Mobilität mit Maschinen

Wie so vieles Großes, ist auch die technische Mobilität aus der Not entstanden. Im Jahre 1815 explodierte in Indonesien der Vulkan Tambora und schleuderte 140 Milliarden Tonnen heißes Gestein in die Luft. Eine gigantische Staubwolke machte sich auf und verdunkelte insbesondere im damaligen Königreich Württemberg über Monate den Himmel. So kam es 1816 zum “Jahr ohne Sommer”. Was das mit der Erfindung des Fahrrads zu tun hat? Die Katastrophe sorgte für Kälte, Ernteausfälle und Mangelernährung bei Mensch und Tier. Vele flohen dem Exodus durch Auswanderung und jene, die blieben, begannen irgendwann ihre Pferde und damit ihre Beweglichkeit und Existenz aufzuessen. In dieser Situation machte sich in Mannheim der Tüftler und Erfinder Karl Drais daran, für die Menschen eine Fortbewegungsmöglichkeit ohne Tiere zu entwickeln. Die eigentliche Ursache kannte er nciht, aber er hielt sich an seinen Grundsatz “Aus den Begebenheiten das Beste machen.” So entstand die Laufmaschine, wie er sie nannte. Sein Lohn war zu Lebzeiten zahlreicher Spott und ein Fahrverbot für seine Erfindung auf Mannheims Gehwegen.

Karl Drais Rino Galiano verkörpert Karl Drais

Erfinderstadt der Mobilität

Heute sieht dies alles ganz anders aus. Man erkannte den Nutzen, richtete in Mannheim den ersten Radweg ein und etablierte mit der Draisine den Urknall maschineller Fortbewegung. Mannheim nennt sich siogar die “Erfinderstadt der Mobilität”, denn hier entwickelte Carl Benz auch das erste motorisierte Fahrzeug. Kein Wunder also, dass das Technoseum auch 2017 Gastgeber der großen Landesausstellung zum Fahrradgeburtstag war, nachdem 2016 bereits das Thema 500 Jahre Reinheitsgebot hier präsentiert wurde.

Draisine im Technoseum

Was ist Fahrrad und wo fährt es hin?

Welche Entfaltung die Mutter Laufmaschine nach sich zog, zeigt schon eine lose und unvollständige Liste ihrer Kinder und (Ur-)Enkel: es gibt Draisinen, Einräder, Tourenräder, Rennräder, Pedelecs, E-Bikes, Mofas, Roller, Fat-Bikes, Mountain-Bikes, BMX-Räder, Klappräder, Bonanza-Räder, Vintage-Räder, Lasten-Räder, Rikschas, Segways, Fixies undundund. Nicht zuletzt der Boom von E-Bikes und Pedelecs haben das Fahrrad zum Statussymbol und Lifestyle-Vehikel erhoben. Durch die jüngsten Entwicklungen wirken Fahrräder sowohl in den alltäglichen Pendelverkehr vor und sind vom günstigen Fortbewegungsmittel zum Freizeitmobil avanciert.

Fahrrad auf Brücke mit Felsen und Schloss im Hintergrnd Für Mountain-Bikes mit E-Motor gibt es kaum noch Hindernisse

Vom Radweg zur Radregion

Das hat auch Konsequenzen für die touristische Vermarktung. Der Radweg ist out, Radregionen sind in. Damit einher geht der digitale Fortschritt. Über Smartphones und Apps sind Quartiere, Denkmale, kulturelle Highlights oder Einkehrtipps entlang der Routen leicht zu finden. Und das Zubehör macht das Fahrrad ein Stück mehr zum Hightech-Gefährt. Auch drängen mehr und mehr “Mascht Häfle” (Christoph Sonntag) auf den Markt. Apps, Navis, Routings lassen wenig Wünsche offen. Der eingebaute Rückenwind in den Pedelecs führt auch dazu, dass topografisch anspruchsvollere Routen gefragt sind. Als neue Fahrraddestination wird der Donauradweg entlang der deutschen Donau als neu zertifizierte Fernroute vorgestellt.

Natur erleben auf dem Donauradweg von der Baar ins Durchbruchstal und an der oberschwäbischen Donau

Wanderparadies Schwäbische Südwestalb

Nicht zuletzt durch die angespannte politische Lage gerät der Urlaub in Deutschland wieder mehr in den Fokus der Reisenden. Die traditionellen Themen “Natur. Heimat. Wander” des Schwäbischen Albvereins werden zunehmend um die Aspekte Gesundheit und Erleben erweitert. Ob man auf die Wege geht, um sportliche Herausforderungen zu stemmen oder um einen Ausgleich zum Büroalltag zu finden, spielt keine Rolle. Alle Wandertypen werden bedient. Neben dem traditionellen Wegenetz des Schwäbischen Albvereins, das 23.000 km (!) umfasst, boomen derzeit auf der Südwestalb die Premiumwanderwege Traufgänge, DonauWellen, DonauFelsenLäufe und HochAlbPfade.

Auf der Donaufelsen-Tour

Mehrtägiges Routenwandern

Wer einen längeren Urlaub plant, sollte die mehrtägigen Wanderrouten ins Auge fassen. Die Klassiker sind hier die beiden Hauptwege des Schwäbischen Albvereins, der HW 1 ist heute als Albsteig bekannt. Der Donau-Zollernalb-Weg und der Donauberglandweg ermöglichen eine Rundreise über die gesamte Südwestalb. Der Donauberglandweg ist der erste Routenweg, der zertifiziert wurde und auf der CMT 2017 erneut ausgezeichnet wird.

© Foto: Donaubergland/Bichler

im Trend: Pilgern = Wandern plus?

Das Pilgern kommt zunehmend auch im touritischen Umfeld in Mode und immer häufiger werden organisierte Pilgereien angeboten. Die Verbindung aus Wandern und spiritueller Konzentration sprciht alle Sinne des Menschseins an. Die großen Kirchen sind auf der CMT mit einem eigenen Stand vertreten, wo Interessierte beraten werden. Wer aber hofft, im Pilgern wsentlich mehr zu finden, dürfte enttäuscht werden. Beim Pilgern geht es um mehr Wesentliches, Stichworte wie Auszeit, Stille, Atempause iefern hier die Qualitäten. Pilgern beginnt an der Haustüre und kann die verschiedensten Ziele umfassen. Im Zentrum steht der Jakobsweg, der nach Santiago di Compostella und Finisterre führt, in Baden-Württemberg gibt es darüber hinaus den Martinsweg, den Diakonieweg, den oberschwäbischen Pilgerweg und seit neuestem den Hugenotten-Weg.

Menschengruppe Jakobspilgergruppe auf der Via Beuronensis bei Pfullendorf

Tipps

  • Ein Besuch der CMT lohnt sich immer, wenn man bereit ist, einen Fuß vor die Tür zu setzen. Hier bekommt man nicht nur die gesamte Vielfalt touristischer Angebote an einem Ort, sondern kann bei zahlreichen Initiativen auch kostenlose und neutrale Beratung in Anspruch nehmen und attraktive Events besuchen.
  • Auf den Spuren von Karl Drais: ein Besuch auf den vielen Events in der Fahrradstadt Mannheim.
  • An einem der Wandertage des Schwäbischen Albvereins teilnehmen
  • Einen Donauberglandweg-Prospekt bestellen.
  • Zur CMT pilgern und an einer Andachten teilnehmen: täglich um 12.45 Uhr eine Atempause mit Impuls und Stille einlegen
  • An einer 24 h-Wanderung teilnehmen.

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