Wareneinkauf mit Wish App

Wisch Dir was!? Die Wish App im Test

Als die Wish App mit starken Lockvögeln in der Timeline auftauchte, habe ich einige Erfahrungen mit Bestellungen gesammelt.

Wish App Screenshot
Wish lockt mit günstigen Angeboten
Auslöser für die Kaufentscheidung über die Wish App war ein sehr günstiges Angebot zur Erweiterung meiner Foto-Ausrüstung. Wish ist kein Online-Händler wie Amazon oder Saturn, sondern eine Bestellplattform, in der stark rabattierte Artikel angeboten werden. Die kommen dann meist aus aller Herren Länder, darunter beispielsweise Tschechien und China. Wer also auf schnelle Lieferzeiten aus ist, sollte gleich mal die Finger weg lassen.

Nachdem ich die Wish App installiert hatte, habe ich zwischen 10.8. und 29.8. vier Bestellungen abgesetzt. Meine Einkaufsliste bestand hauptsächlich aus Zubehör für meine Kameraausrüstung:

  • Flexibles Tripod Gorilla Stativ
  • Stabilisator-System für DSLR
  • Ansteck-Mikrofon
  • Mini-Mikrofon für Smartphones
  • Z-Tischständerhalter für DSLR
  • Drahtloses Ladegerät/Power Pad
  • Falt-Reflektor-Set
  • Linsen-Set für Smartphone
  • LED Makro Ringblitz
  • Universal Infrarot-Auslöser für DSLR
  • Stereo 3.5mm Microfon für DSLR
  • Windschutz für Microfon
  • Blitz Diffuser Softbox
  • 96LEDs Fotolicht
  • 360° Rotator mit 60 Min. Laufzeit
  • Fotostudio Beleuchtungsset
  • Wasserdichtes Fotolicht für GoPro
  • Festplattengehäuse USB 3.0
  • Haltegurt für Kamera
  • Hemd
  • Handtuchhalter

Der Gesamtbestellwert lag bei 278,34 €, davon waren etwa 100.- € für den Versand. Meine Sammelbestellungen führten zu drei Fehlkäufen. Sie waren bedingt durch sprachliche Missverständnisse oder Auslösen eines Kaufes, was zu einer Doppelbestellung geführt hat. Mit solchen Abstrichen muss man wohl rechnen, zumindest am Anfang.

Für manche Schnäppchen muss man nur die Versandkosten bezahlen

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Man kann bei Wish durch Sammelbestellungen keine Portokosten sparen, außer man bestellt beim selben Händler. Doch danach wird man nicht in erster Linie schauen, wenn man auf Schnäppchenjagd ist. Man wird über alle Schritte automatisch via Wish App informiert, also Bestelleingang, Bearbeitung beim Händler, Versandbeginn und Empfangsbestätigung liefern eigene PushUps. Wer will, kann diese Nachrichten auch über andere Kanäle erhalten. Allerdings bringen diese manchmal etwas skurrile Auswüchse des globalisierten Handels hervor, z.B.: “Geschätzter Lieferzeitpunkt: 08.09.2018 – 02.10.2018”. Was man aber auch sagen muss: es kommen bei zögerlicher Lieferung immer wieder Nachfragen von Wish, ob man den betreffenden Artikel erhalten hat. Bei Verneinung scheinen sie nachzufassen. Manche Artikel landen auch beim Zoll, was aber nicht am Warenwert bemessen wird, wie häufig behauptet wird. Bei mir landete ein Artikel beim Zoll, dessen Einkaufspreis bei 1 Euro lag. Am 28.11. lag er dann endlich im Briefkasten und sorgte dafür, dass sämtliche Bestellungen ankamen. Vorher nachfassen ging nicht, denn man bekommt zwar eine Mitteilung, dass eine Bestellung beim Zoll eingetroffen ist, jedoch keine Hinweise bei welchem, welche Konsequenzen das hat oder wo man anrufen könnte. Die zahlreichen Unkenrufe, wonach Bestellungen nicht ankommen, haben sich bei mir also nicht bewahrheitet.

Wish sorgt Sparmöglichkeiten mit hohem Kaufrausch-Koeffizienten

Neulinge sollten nicht gleich wie wild drauf losbestellen. Es gibt immer wieder zusätzliche Vergünstigungen, die man beispielsweise erhält, wenn man seinen Warenkorb nicht zügig Richtung Kasse befördert, denn schnell werden dann auch mal weitere 5% Rabatt aufgerufen. Auch wird man eingeladen, “gemeinsam” mit anderen zu kaufen. Man muss dann natürlich nicht gemeinsam ein Päckchen bestellen, das an einen Ort ausgeliefert wird, sondern in einem begrenzten Zeitfenster bestellen, um in einen Gemeinschaftsrabatt zu kommen. Da geht’s dann nochmal um 10% runter. Es gibt auch noch ein Punktesystem, mit dem man durch Bestellungen, Bewertungen und Rezensionen der Waren sein Wish-Konto füllen kann. Ich habe relativ schnell einen einen Gutschein erhalten, der 10% Nachlass bis maximal 50,00 Euro Rabatt brachte. Ein Faktor dabei ist die Häufigkeit von Bestellungen. Interessant ist, dass der Rabatt auch auf die Versandkosten angewendet wird. Den Gipfel der Rabattfähigkeit erreichen die kostenlosen Artikel, bei denen lediglich der Versand berappt werden muss. Dazu gehörten auf meiner Liste beispielsweise ein Mikro fürs Revers, Mini-Stative oder Klopapier mit Kussmund-Donald Trump.

Wish i could turn back time?

Die Briefe und Päckchen kommen mit Ausnahme eines manchmal formatfüllenden Barcodes recht spartanisch an: kein Lieferschein, keine Betriebsanleitungen, keine Garantiescheine. Retourenvordrucke gibt’s auch keine, auch wenn man das Rücksenderecht hat. Für mich persönlich kommen Retouren selten in Frage, da die Artikel im Vergleich zu den üblichen Preisen so günstig sind, dass ich mir den Aufwand mit Verpackung und Rücksendung lieber spare und Fehlkäufe bei Gelegenheit verschenke. Sollte man dennoch abwägen.

Blöd für Profis: Die Wish-Rechnungsstellung

Die Bezahlung der Waren bei Wish erfolgt üblicherweise per Einzug via PayPal. Man muss nur einen Account haben, der Rest wird erledigt, ohne dass man den Betrag bei PayPal einzahlen muss. Etwas schwierig ist es allerdings, Rechnungen zu verarbeiten. Es gibt keine Bereitstellung per PDF und ein taugliches Printsheet führt Wish ebenfalls nicht. Mir fällt da als brauchbare Methode ein Screenshot der Bestelldetails ein, den ich dann für meine Buchhaltung ausdrucken kann. Wie allgemein üblich gibt es im internationalen Geschäftsverkehr keine ausgewiesene Umsatzsteuer. Dennoch gehe ich davon aus, dass durch Vorlage der Bestellung und dem Zahlungsnachweis das Finanzamt die Kosten anerkennt. Aber komfortabel und professionell ist es nicht.

Fazit: Genau hinsehen, dann geht was mit Wish

Auch wenn auf der Service-Ebene nicht alles perfekt ist, so ist doch unumstritten, dass man hier sehr günstig zu Einkäufen kommen kann. Der Warenwert würde in Summe beim Handel vor Ort in gängigen Online-Shops etwa das fünf bis sechsfache ausmachen. Selbst wenn man ein Drittel abzieht für Qualitätsmängel, spart man immer noch etwa 70%. Bekleidung würde ich allerdings nicht mehr bestellen, da ist das Risko zu groß, dass die Qualität nicht stimmt oder das Design auf Fotos falsch rüberkommt. Für Technik-Artikel ist die Wish-App aber sehr geeignet.

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