Spontan löst doch die Ankündigung eines Kastenwagens mit Queensbett eher Kopfschütteln aus als ein erleichtertes „Endlich!“ Dreamer hat im D64 Select diesen Schritt gewagt.
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Dreamer D64: Kastenwagen mit Queensbett

Der etwas andere Grundriss im Dreamer D64
Üblicherweise schmeißen wir bei unseren Besprechungen von Reisemobilen nicht mit Kritik um uns. Denn wir unterstellen, dass sich Konstrukteure etwas bei ihrer Arbeit denken. Ferner gehen wir davon aus, dass ein Reisemobil den physikalischen Gesetzen von Raum und Zeit unterliegt und deshalb immer einen Kompromiss darstellt.
Insofern wäre das Schreiben über Konstruktionsfehler eher eine boshafte Behauptung als ein begründetes Urteil. Beim Dreamer D64 Select, dem unseres Wissens (zusammen mit dem baugleichen Schwestermodell Rapido V64) ersten Kastenwagen mit Queensbett, steht dennoch die Frage im Raum: wird es aus guten Gründen auch der letzte sein?

Der Dreamer D64 Select ist das Schwestermodell des Rapido V64, also der Konzernmarke, die primär die Innovationen innerhalb des Markenverbundes verantwortet. Im Modelljahr 2027 scheinen die Investitionen in kreative Grundrisse zu fließen. Doch ein Kastenwagen mit Queensbett wirft naturgemäß die Frage auf: was bringt es, wenn neben dem Bett sehr schmale Seitengänge entstehen? Noch dazu in einer sich nach oben verjüngenden Karosserie?
Kastenwagen mit Queensbett: Was bedeutet das für den Stauraum?

Die Bettform hat im Kastenwagen mit Queensbett naturgemäß auch Auswirkungen auf den Stauraum. Im Dreamer V64 ist es so, dass sich der Kopfbereich des Bettes hochklappen lässt. Das bringt zunächst Ladehöhe für Fahrräder. Sie können dort nicht zuletzt deshalb verladen werden, weil der Dreamer V64 mit einer Dieselheizung fährt und somit das üblicherweise im Heck verbaute Gasfach nicht notwendig ist. Gleichzeitig erhöht das hochgeklappte Kopfteil die Wohnqualität. Die Neigung ist mehrstufig einstellbar, so dass auch ein Liegesofa mit Rückenlehne daraus wird.
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Als zusätzliche Schlafoption bietet Rapido noch ein Notbett an, dass über die beiden Fahrerhaussitze gelegt werden kann. Das bedeutet allerdings auch, dass die Sitzgruppe zuvor umgebaut werden muss.
Küche mit patentiertem Tisch auf der Fahrerseite

Als ob ein Queensbett im Kastenwagen nicht schon ungewöhnlich genug wäre. Aber der Dreamer D64 bricht auch mit den Konventionen im Mittelteil des Fahrzeugs. Die konventionelle Position des Küchenblock in der Tür wird auf die geschlossene Seitenwand gegenüber auf der Fahrerseite verlagert. Stattdessen kommt die Sitzbank in den Bereich der Seitentür. Auch Bad und Kühlschrank tauschen die gegenüberliegenden Positionen hinter der Sitzbank und der Küche.
Auf die Sitzgruppe hat das mit Ausnahme der Spiegelung keine großen Auswirkungen. Stattdessen ist jetzt direkt in der Tür ein Staufach unter den Sitzen, das sich beim Wechsel ins Fahrzeug als recht nützlich erweisen dürfte. Ob die Sitzbänke ausbaubar sind, ist aktuell noch nicht klar. Sollte das jedoch der Fall sein, hat der Wechsel von Küche und Sitzbank durchaus seinen Reiz. Denn Paare, die sich mit den gemütlichen drehbaren Sitzen im Fahrerhaus begnügen können, erhalten nach dem Ausbau keinen toten Winkel hinter dem Tisch, sondern einen geräumigen Eingangsbereich, der noch dazu durch den in der Länge flexiblen Tisch nach den persönlichen Bedürfnissen aufbauen lässt.

Hauseigenes Vario-Bad mit Schwenkwand
Das hauseigene Bad mit dem Namen „Duo Space“ wandert ebenfalls auf die Beifahrerseite und verwandelt sich als Vario-Bad mit Schwenkwand mit wenigen Handgriffen vom Waschraum mit Toilette in eine Duschkabine.

Der Kastenwagen mit Queensbett ist also angerichtet. Man darf gespannt sein, ob er seine Anhänger finden wird. Der Grundriss im vorderen Bereich lässt sich zweifelsohne auch mit einem geschlossenen Bett im Heck umsetzen, so dass sich weitere Modellvarianten ergeben könnten.
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