Miller Colorado

Miller Colorado: Queensbett trifft Face-to-Face-Lounge

Raumbad, Face-to-Face-Sitzgruppe und Queensbett: Der Miller Colorado bietet viel Wohnkomfort. Der großzügige Grundriss fordert jedoch Kompromisse bei der Heckgarage.

Der Miller Colorado vereint auf 7,45 Metern Länge ein Queensbett im Heck, ein Raumbad und eine Face-to-Face-Sitzgruppe im vorderen Teil des Teilintegrierten. Er positioniert sich in der Siebeneinhalb-Meter-Klasse. Mit 7,45 Meter Länge, 2,35 Meter Breite und 2,95 Meter Höhe nutzt der Teilintegrierte das Standardmaß für geräumige Reisemobile. Die üppige Raumwirkung im Interieur fordert aber auch Tribut beim Stauraum.

Miller fertigt Dach, Wände und Boden aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Diese Konstruktion schützt den Aufbau vor Hagel und Feuchtigkeit. Im Innenraum setzt der Hersteller auf einen klaren Grundriss: Face-to-Face-Sitzgruppe im Bug, Raumbad in der Mitte und Queensbett im Heck. Das Interieur kombiniert helles Holzdekor mit hochglänzenden weißen Fronten und anthrazitfarbenen Akzenten. Das Design erhält durch die indirekte LED-Beleuchtung eine kontrastreiche, warme Stimmung.

Basisfahrzeug: Solide Fiat-Technik ohne Allüren

Als Fundament dient im Miller Colorado der bewährte Fiat Ducato mit 3,5-Tonnen-Light-Duty-Chassis. Der Vierzylinder-Dieselmotor mit 140 PS und Euro-6e-Norm und das 6-Gang-Schalt-Getriebe reichen den Vortrieb an die Vorderräder weiter. Der Blick ins Fahrerhaus zeigt einen funktionalen Arbeitsplatz. Das Armaturenbrett verfügt über klassische Analoginstrumente und haptische Drehregler für die manuelle Klimaanlage. Der Schaltknüppel ragt griffgünstig aus der Mittelkonsole.

Das Multifunktionslenkrad versammelt die Tasten für alltägliche Funktionen wie Telefon, Lautstärkeregelung und Tempomat. Auf große digitale Displays verzichtet dieses Modell. Seitenscheiben und Frontscheibe sind mit Verdunkelungsplissees ausgestattet. Die beiden drehbaren Fahrerhaussitze integrieren sich in den Wohnraum.

Offene Blickachsen durch die Face-to-Face-Sitzgruppe

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Wer den Aufbau betritt, steht direkt im offenen Wohnraum. Zwei längs angeordnete Sofas bilden die Face-to-Face-Sitzgruppe. Ein mittig verankerter Tisch mit glänzend weißer Platte verbindet über die komplette Breite. Der Tisch ist der Länge nach halbierbar. Das schafft Bewegungsfreiheit. Die Blickachse wandert ungestört vom Fahrerhaus bis zur Badezimmertür. Die kontrastreiche Polsterung aus hellem und dunklem Stoff charakterisiert das Mobiliar.

Interieur im Miller Colorado

Über dem Fahrerhaus fängt ein Panoramadach das Tageslicht ein und erhellt den Wohnbereich. Unter der Decke verbirgt sich das serienmäßige Hubbett. Es wird elektrisch abgesenkt und bietet Schlafplätze für zwei weitere Passagiere. Im herabgelassenen Zustand blockiert das Hubbett den Ausgang und die darunterliegende Sitzgruppe. Also eher ein Schlafbereich für Frühaufsteher.

Küchenblock

Küche und Raumbad: Funktionale Raumteiler

Die Küche schließt an die Sitzgruppe an. Eine Arbeitsplatte in dunkler Schieferoptik bildet einen harten Kontrast zu den weißen Schubladen. Ein Dreiflammkocher und eine Spüle mit praktischem Schwammhalter bilden die Basis für den kulinarischen Alltag. Unter der Arbeitsfläche sitzt ein kompakter Gasbackofen. Für Vorräte steht ein 158-Liter-Kompressor-Kühlschrank bereit. Eine Truma Dieselheizung sorgt für Wärme im Aufbau und in den Wasserhähnen. Das spart Gewicht und Platz im Gaskasten, da nur noch eine (kleine) Gasflasche für Herd und Backofen mit muss.

Raumbad im Miller Colorado

Hinter der Küche öffnet sich das Raumbad. Dusche und Toilettenraum liegen sich gegenüber. Die Duschkabine führt die dunkle Schieferoptik der Küche fort, unterbrochen von einer weißen Duschtasse. Die schwere Tür des Waschraums erfüllt eine Doppelfunktion. Sie schwenkt in den Gang und verriegelt den vorderen Wohnraum blickdicht vom Heck. So entsteht ein privates Ankleidezimmer über die gesamte Fahrzeugbreite. Ein Raumteiler für Privatsphäre.

Schlafbereich mit Queensbett

Im Heck des Colorado steht das Queensbett. Diese Bettenform bietet einen hohen Schlafkomfort. Beide Partner steigen über das Fußende ein und aus. Rechts und links der Matratze integriert Miller hohe Kleiderschränke für Jacken und Hemden. Hängeschränke über dem Kopfende nehmen leichtere Wäsche auf.

Dieser Wohnkomfort verlangt einen technischen Kompromiss. Ein Queensbett beansprucht viel Platz in der Länge und Breite. Um den bequemen Einstieg zu wahren, liegt die Matratze oft tiefer als bei Längseinzelbetten. Diese Konstruktion drückt das Volumen der darunterliegenden Heckgarage. Wer E-Bikes oder sperrige Campingmöbel verladen will, stößt schnell an das Dach der Garage. Die Innenhöhe reicht unter einem starren Queensbett meist nicht für Fahrräder aus. Käufer müssen abwägen: Priorisieren sie den bequemen Zugang zum Bett oder maximalen Stauraum für Sportgeräte? Wobei für Fahrräder immer auch Träger an der Rückwand montiert werden kann…

Der Miller Colorado richtet sich an Reisende, die Wohnraum und Bewegungsfreiheit über maximale Zuladung in der Heckgarage stellen. Die offene Sichtachse der Face-to-Face-Sitzgruppe strukturiert den Aufbau geschickt. Der Grundpreis bleibt bis zum Kontakt Geheimnis des Händlers. Aber der Teilintegrierte für Gernewohner ist zwischen Mittelklasse und Premiumsegment anzusiedeln.

Lesetipp: Eine Variante der Teilintegrierten mit Queensbett liefert der Carado T459.

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