Der iSmove bekommt 2027 ein Refresh. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf mehr Autarkie. Wie realisiert Niesmann+Bischoff das im integrierten Premium-Liner?
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Der autarke iSmove auf einen Blick

Der iSmove: Design-Liner und kompakte Energiezentrale
Das klingt doch verlockend: Man fährt im Wohnmobil los, sucht sich einen Platz am See- oder Flussufer – vielleicht auch in den Bergen – und morgens öffnet man die Jalousie der breiten Fensterfront und genießt den Ausblick. Und das am besten zehn Tage am Stück. Hier greift spätestens nach zwei Tagen die Realität ein – zumindest bei einer Serien-Ausstattung. Es ist kein Geheimnis, dass man dieser Begrenzung durch verschiedene Sonderausstattungen und Upgrades entgegen wirken kann. Im 2027er iSmove versucht Niesmann & Bischof, dies in besonders starker Weise schon ab Werk anzubieten.
Der iSmove gehört zu den Erfolgsmodellen von Niesmann & Bischoff. Das Design dieser Marke scheint seiner Zeit immer einen Schritt voraus. Für das Modelljahr 2027 steht ein Upgrade an, das sich in erster Linie der Autarkie widmet. Sowohl der kompakte, rund 7,0 Meter lange iSmove 6.9 E als auch der 7,3 Meter lange 7.3 F profitieren von flexiblen Energiekonzepten und erweiterten Ressourcen an Bord der Intergrierten. Dies macht kompakten Premium-Liner zur idealen Basis für längeres Freistehen.

Ressourcen und Speicherkapazitäten
Bereits die Serienausstattung mit einem 200-Liter-Frischwassertank zeigt an: Hier wird geklotzt! Die Lösungen sind dabei individuell und von der Wahl der Sonderausstattung abhängig. Erste Lieferungen wären eine 120-Liter-Festtank-Toilette oder ein 50-kg-Gastank.

Die elektrische Speicherung profitiert von einem neu konstruierten Elektroschrank in der Heckgarage, der den Einbau leistungsfähiger Technik ohne Abstriche beim Stauraum erlaubt. Das optionale „Lithium Energie Paket“ liefert eine Gesamtkapazität von 450 Ah, die mit einem Ladebooster, einem Batteriewächter sowie einem 100-A-Kombiladegerät mit einem integrierten 3000-Watt-Wechselrichter organisiert werden.
Bei Bedarf kann das System auf bis zu vier Lithium-Batterien mit insgesamt 600 Ah erweitert werden. Zudem liefert das Dach ausreichend Platz für ergänzende Solarmodule mit einer maximalen Gesamtleistung von bis zu 660 Watt.
Flexible Verbraucher und smarte Technologien
Auch bei den elektrischen und thermischen Verbrauchern zeigt sich das Fahrzeug variabel. Für die Heizung und Warmwasserversorgung fährt serienmäßig eine Truma CombiNeo 6 E inklusive iNet X Panel mit. Deren integrierte Elektroheizstäbe erlauben den flexiblen Betrieb über Gas oder Strom. Optional gibt es die Alde 3030+ Warmwasserheizung. Sie kann in Kombination mit dem Winter-Paket die Abwärme des Motors über einen Wärmetauscher zum Heizen nutzen.
Auch gasfreier Betrieb ist möglich. Wer die Abhängigkeit von Gas beenden möchte, kann auf die neue Alde 4000 D Plus Dieselheizung zurückgreifen. Gekoppelt mit der 134-Liter-Kompressorkühlschublade und dem für den Wechselrichterbetrieb optimierten Induktionskochfeld ist ein komplett gasfreies Camping möglich. Hinsichtlich Freiheit von fossilen Brennstoffen wäre das freilich der Teufelsaustrieb mit dem Beelzebub, aber eine Dieselheizung bietet eben auch mehr Autarkie.

Das optionale „Comfort Paket“ umfasst ein intuitives Beleuchtungskonzept. Dieses steuert über Bewegungs-, Licht- und Türkontaktsensoren die Beleuchtung für Flur, Bad und Heckgarage, wodurch Ressourcen geschont werden können.
Energiebilanz und Standzeit-Prognose
Gleicht man dieses gewaltige Autarkie-Potenzial mit den durchschnittlichen meteorologischen Bedingungen in Deutschland ab, ergeben sich für die kalte und die warme Jahreshälfte diese Szenarien:
Sommerhalbjahr (April bis September): In den sonnenreichen Monaten profitiert der iSmove maximal von der 660-Watt-Solaranlage. Der Ertrag übersteigt an durchschnittlichen Sommertagen den Strombedarf. Da die Lithium-Batterien stetig nachgeladen werden, ist die elektrische Autarkie nahezu unbegrenzt. Begrenzen kann also nur noch Wasser, das sich durch Filtersysteme teilweise mehrfach nutzen ließe. Mit dem 200-Liter-Frischwassertank und der 120-Liter-Festtanktoilette können zwei Personen problemlos 10 bis 14 Tage frei stehen.
Winterhalbjahr (Oktober bis März): Im kühlen Winter bricht der Solarertrag massiv ein. Hier wird die große 600-Ah-Lithium-Bank zur entscheidenden Lebensader, insbesondere wenn elektrisch gekocht wird. Nutzt man jedoch die Dieselheizung oder den 50-kg-Gastank zur reinen Wärmeerzeugung, reduziert sich der elektrische Verbrauch auf Gebläse, Licht und Kühlschrank. Unter diesen Bedingungen bietet das Fahrzeug genügend Puffer, um selbst in sonnenarmen Phasen schätzungsweise 5 bis 7 Tage ohne Landstrom oder Nachladen während der fahrt autark zu stehen.

Der iSmove: kompakter Liner mit innovativem Design

Und was ist mit Zuladung?
Für viele ist der iSmove schon aufgrund der Tatsache, dass er einen komfortablen Design-Liner darstellt, mit der grundsätzlich angegebenen zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen ein kleines Wunder. Was bedeutet das für die Zuladung im 2027er Modell mit maximiertem Autarkie-Trimm? Niesmann+Bischoff gibt die Masse in fahrbereitem Zustand für den kürzeren 6.9 E mit 2909 kg an. Addiert man zur Rechtssicherheit eine allgemeine Messtoleranz, startet das Gewicht einschließlich der dazugehörigen Parameter bei etwa 2950 kg.

Das klingt nach 550 kg Zuladung, trifft aber bestenfalls für die Minimalausstattung zu. Die wird jedoch niemand haben, der einen iSmove als möglichst autarkes Reisemobil fahren will. Von der Zuladung muss also noch einiges abgezogen werden. Pakete und zusätzliche Technik schlagen naturgemäß hoch zu Buche, konkret mit etwa 265 Kilogramm. Angesichts der niedrigen EU-Vorgabe gehören zusätzliche 15 Kilogramm für den Fahrer zum guten Ton. Der Gastank besteht nicht nur aus sich selbst, sondern auch aus seiner Füllung, welche die Masse im fahrbereiten Zustand um 34 Kilogramm ergänzt.
Die Zuladung für den auf Autarkie hochgerüsteten kurzen Liner liegt dann bei 236 Kilogramm einschließlich Fahrer mit allem, was er am Leibe trägt. Das kann funktionieren, aber zugleich darf man unterstellen: nur für Alleinreisende. Denn die Annahme, dass noch eine Person und zwei Pedelecs an Bord gehen, reduziert die Zuladung auf gerundete 120 Kilogramm. Die Rechenspiele kann man mit dem Hinweis beenden: Der iSmove kann auf bis zu 4,5 Tonnen aufgelastet werden. Beim Maxi-Chassis ist das sogar Serienstandard.
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