Bürstner verlässt im B66 644 C die konventionelle Raumaufteilung im Kastenwagen und baut eine Sitzgruppe und ein Hubbett ins Heck.
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Der B66 644 C im Überblick

Raumgewinn im B66 644 C: Umbau statt Halbdinette
Bürstner streicht im B66 644 C die Halbdinette. Stattdessen wandert der Wohnbereich als Rundsitzgruppe ins Heck. Darüber parkt ein Hubbett. So bietet der 6,36 Meter lange Campervan bei 2,05 Meter Breite und 2,65 Meter Höhe eine Stehhöhe von 1,90 Meter. Das schafft ein ungewöhnliches Raumgefühl im Kastenwagen. Der Einstieg in das Reisemobil wird durch dieses Grundriss weiter. Die beiden Pilotensitze lassen sich zwar weiterhin drehen und bieten einen Ausweichsitz – gerade wenn jemand im Hubbett schlafen will.

Die U-förmige Hecksitzgruppe im Heck steht dabei nicht direkt vor den Hecktüren. Hier bleibt ein Abstand für Stauraum, der teils menschhoch, teils unter der hinteren Sitzbank entsteht. Dadurch sollte auch ein Fahrradtransport möglich sein – notfalls mit abgeschraubten Vorderrädern.

Schlafen auf zwei Ebenen: Manuelles Hubbett und Polsterpuzzle
In der Serienausstattung weist Bürstner für den B66 644 C vier Schlafplätze aus. Sie bestehen aus dem manuellen Hubbett über der Hecksitzgruppe. Die Liegefläche misst 2,04 x 1,56 Meter. An den Hecktüren wird es schmaler: 1,35 Meter bleiben nur wegen der Schränke an den Seiten. Die Liegefläche ist aber immer noch deutlich größer als die eines Querbetts im Campervan. Den Einstieg erfolgt über eine Leiter.

Aus der Sitzgruppe entsteht bei Bedarf die zweite Schlafebene. Der abgesenkte Tisch und die Polster werden zu einer geschlossenen Liegefläche mit ca. 1,85 x 1,40 Meter zusammengebaut. Die Option auf ein Aufstelldach entfällt beim 644 C. Die Dachkonstruktion und die Hubbett-Mechanik im 644 C schließen dieses Extra technisch aus.
Individualisierung beim Möbeldekor und den Polstern?
Beim 644 C bietet Bürstner wie bei allen Modellen der Edition B66 nur ein Möbeldekor an. Die Gestaltung kombiniert gemaserte Holzoberflächen im warmen Walnusston mit matten, anthrazit- und taupefarbenen Fronten am Küchenblock sowie hellgrauen Hängeschrank-Unterseiten. Die Arbeitsplatte der Küche und die Tischplatte der Hecksitzgruppe zeigen dunkle Steinoptik mit hellen Einschlüssen.
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Wahlfreiheit gibt’s hingegen bei den Sitzbezügen. Zum Serienumfang der B66-Reihe gehört eine Volllederausstattung, die sowohl die Hecksitzgruppe als auch die beiden Fahrerhaussitze überzieht. Drei Farbvarianten stehen ohne Aufpreis in der Optionsliste:
- Chocolate: Ein kräftiger Braunton, der den warmen Holzcharakter der Fronten weiterführt.
- Stone: Ein mittleres Steingrau, das mit der Außenlackierung korrespondiert.
- Creme: Ein helles Beige, das Kontraste zu den dunklen Oberflächen setzt.

Im Mittelteil bleiben Vanlife-Küche und Vario-Bad
Der Küchenblock bleibt wie meist in Campervans an der rechten Seite und teilweise vor der Schiebetür. Zwei-Flammen-Gaskocher und Edelstahlspüle ein, abgedeckt durch zwei geteilte Glasplatten. Drei breite Schubladen und ein darunterliegendes Schrankfach mit zwei Türen nehmen Geschirr und Vorräte auf. Da die eigentliche Arbeitsfläche neben dem Kochfeld schmal ausfällt, klappt an der linken Stirnseite zur Schiebetür hin eine Arbeitsplattenverlängerung hoch.
Der 644 C nutzt den Raumgewinn zwischen Nasszelle und Hecksitzgruppe für einen hochgesetzten Kompressor-Kühlschrank mit 138 Liter Volumen, davon sind 12 Liter im integrierten Gefrierfach. Darunter bleibt Platz für weitere Staufächer oder für einen Gasbackofen. Im Serienmodell fließt der Strom für den Kompressor aus einer 95-Ah-Aufbaubatterie. Der Frischwassertank fasst 97 Liter, der Abwassertank 90 Liter. Zum Kochen genügt eine 2,5 kg-Gasflasche, geheizt wird mit Diesel.


Zwischen Fahrerhaus und Kühlschrankturm liegt auf der Fahrerseite ein Vario-Bad. Eine platzsparende Lamellenschiebetür gibt den Zugang frei. Im Grundzustand bietet es eine Kassettentoilette und ein Waschbecken vor einem großen Spiegel. Offene Ablagefächer und ein Oberschrank in Holzoptik verstauen Hygieneartikel. Zum Duschen schwenkt man die gesamte rechte Waschtischwand. Dadurch entsteht eine abgetrennte Duschkabine mit festen Kunststoffwänden, die weder das WC noch die Badmöbel dem Spritzwasser aussetzt.
Basisfahrzeug Fiat Ducato: Serienmäßig mit Automatik und 140 PS
Der Bürstner B66 644 C ist im 6,36 Meter Fiat Ducato eingebaut und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm. Unter der Haube arbeitet der 2,2-Liter-Multijet-3-Dieselmotor nach Euro-6e-Norm mit einer Leistung von 140 PS. Das Achtgang-Automatikgetriebe gibt’s bereits in Serie. Äußerlich gibt sich der 644 C durch die Sonderlackierung in „Lanzarote Grau“, die matt-goldene und anthrazitfarbene B66-Produktgrafik sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen im Bi-Color-Designder Edition B66 zu erkennen, auf denen ab Werk Ganzjahresreifen montiert sind.
Rahmenfenster, eine elektrisch ausfahrbare Einstiegsstufe, ein Fliegenschutzplissee für die Schiebetür sowie eine 3,75 Meter Markise sind im Grundpreis enthalten. Im Fahrerhaus verbaut Bürstner eine Verdunkelung für Front- und Seitenscheiben, ein Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, eine manuelle Klimaanlage sowie eine Multimediastation mit 7-Zoll-Touchscreen, DAB+ und Rückfahrkamera. Die Assistenzsysteme umfassen ESP, Hill Holder „Traction Plus“, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Geschwindigkeitsassistent und Müdigkeitserkennung.

Der Bürstner B66 644 C Preis und die Optionen
Der Grundpreis für den 644 C beträgt 66.666 Euro. Weil Bürstner die B66-Modelle als Komplettpakete konzipiert, schrumpft die Preisliste für Sonderausstattungen zusammen. Nur eine kostenpflichtige Option bleibt übrig: das Upgrade der Dieselheizung auf die Variante mit zusätzlichem elektrischem Heizstab für lediglich 666 Euro Aufpreis. Die Masse in fahrbereitem Zustand gibt liegt bei rund 3.050 Kilogramm. Wegen der herstellerseitigen Toleranzen deckelt Bürstner die „Masse für Sonderausstattung“ bei 97 Kilogramm. Das Hubbett, die Rundsitzgruppe und der Kühlschrank fordern Tribut auf der Waage.
Der Bürstner B66 644 C befreit den Kasten von der beengten Halbdinette und schafft eine Lounge, wie man sie aus Wohnmobilen kennt. Seine wahre Stärke spielt dieser Grundriss eher als luxuriöser Zweisitzer für Paare aus.
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