Kabe TM Imperial Traq i830 beim Caravan Salon 2026

Kabe Imperial Traq i830: Maximale Sicherheit im ersten Allrad-Vollintegrierten

Kabe eilt schon immer der Ruf voraus, eher ungewöhnliche Reisemobile zu produzieren. In aller Regel hängt das mit der Winterfestigkeit zusammen. Dieser Fokus scheint im neuen Imperial Traq i830 forciert zu werden, denn einem Vollintegrierten mit 8,32 Meter Länge eilt nachweislich nicht der Ruf voraus, als Offroader Meriten sammeln zu können. Wozu also die Weltpremiere eines Allrad-Vollintegrierten, die erstmals auf dem Caravan Salon 2026 zu bewundern ist?

Grundriss Kabe Imperial Traq i830 LBQ
Grafik: © Kabe

Ein Vollintegrierter mit Kardanwelle zur Vorderachse – das gab es bisher nicht. Kabe schickt mit dem Imperial TRAQ i830 4×4 einen 8,32 Meter langes Reisemobil ins Rennen, das auf dem Caravan Salon 2026 in Düsseldorf seine Premiere feierte. Die Schweden verkaufen das Fahrzeug als „sicherstes Reisemobil der Welt“ – ein Anspruch, der sich an der Kasse und im Gelände beweisen muss.

Kabe Imperial Traq i830 Front

Sprinter-4×4-Antrieb ohne Sandkasten-Ambitionen

Mercedes-Benz öffnet mit seinem Torque-on-Demand-System im Sprinter erstmals die Tür zum Allradantrieb für vollintegrierte Aufbauten. Eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung im Verteilergetriebe verschiebt das Drehmoment automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse, im Extremfall bis zu 50:50. Der Fahrer muss nichts zuschalten, das System entscheidet selbst. Das klingt vordergründig nach Offroad. Im Kabe Imperial Traq i830 ist es vor allem eins: ein Grip-Polster für Schnee, Kies und steile Stellplatzeinfahrten.

Wer statt Sicherheit im organisierten Straßenverkehr felsige Pisten sucht, greift besser zum echten Geländemobil. Die Zurüstung auf Allrad-Antrieb wiegt schwer: Getriebe, Fahrwerk und Verteilergetriebe bringen rund 180 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber der Hinterradversion mit ihren 190 PS. Das optionale Offroad-Paket mit Dachbügel, Zusatzscheinwerfern und mattschwarzen Felgen ist dabei reine Optik. Es macht aus dem Imperial Traq i830 keinen Geländewagen, sondern eher ein Statement, auf das aber die wenigsten zurückgreifen dürften.

Infobox Aus der tourstory.de Redaktion

Heimliches Rückgrat: der Doppelboden

Zwischen Straße und Wohnbereich sitzt die eigentliche Technikzentrale. Der Doppelboden ist nicht nur Garant für Winterfestigkeit, sondern auch Sitz des beheizten 102-Liter-Grauwassertanks, des 200-Liter-Frischwassertanks sowie eines Auszugs, der zusätzlichen Stauraum am Exterieur bietet. Kabe deklariert nahezu die komplette Ausstattungsliste als Serie – ein für dieses Preissegment ungewöhnlich hoher Anteil. Als Option bleiben nur ein halbwegs fragwürdiges Offroad-Paket, die umfängliche Crown-Veredelungsstufe.

Fach im Doppelboden

Zum Hightech-Profil des Kabe Imperial Traq i830 gehören der Sprinter als kräftiger Triebkopf mit Automatik, aber auch die Integration von Assistenzsystemen und smarter Steuerung im MBUX-Multimediasystem. Klimaautomatik, Lederlenkrad, Regensensor sowie eine zusätzliche Mercedes-Standheizung, die über einen Wärmetauscher gekoppelt ist, sorgen für Komfort. Das KABE Smart D System mit Touchpanel zur Kontrolle von Licht, Heizung und Tanks ist auch per Smartphone-App steuerbar. Ein werkseitig integrierter Internetrouter sorgt für die nötige Konnektivität.

Durchsicht im Kabe IMperial traq i830

Kabe Imperial Traq i830: Winterfest bis in die letzte Fuge

Kabes Kernkompetenz war schon vor dem Allradantrieb die Ganzjahrestauglichkeit. Eine Alde-Warmwasser-Fußbodenheizung kann sowohl elektrisch als auch mit Gas (oder optional mit Diesel) betrieben werden. Ein durchgehend beheizter Doppelboden schützt alle Wassertanks und Leitungen vor Frost. Ecoprim-Isolierung in Wänden, Böden und Decke, eine wassergeführte Fußbodenheizung mit Konvektoren an den Eingängen und die ALDE-Compact-3030-Zentralheizung auf Propangasbasis halten den Innenraum auch bei tiefen Minusgraden warm.

Au0enhaut am Aufbau

Das winterfeste Wassersystem und der beheizte Grauwassertank verhindern das Einfrieren der Leitungen, das VarioVent-Belüftungssystem soll gleichzeitig Kondenswasser vermeiden. Zwei Lithiumbatterien mit je 150 Amperestunden versorgen die Heizperipherie auch abseits des Landstroms. In der Summe ist das kein Zubehörpaket für gelegentliches Herbstcamping, sondern eine für den skandinavischen Dauerfrost konzipierte Iglu-Architektur auf Rädern.

Grundriss im LGB: Zwei Betten, ein Stockwerk höher

Der Kabe Imperial Traq i830 wird in zwei Grundrissen angeboten. Im Kern unterscheiden sie sich im Schlafbereich zwischen Queensbett und Einzelbetten. Die hier gezeigte Variante LGB bietet zwei Einzelbetten im Heck. Sie sind hoch verbaut, wodurch darunter Platz ist für eine Garage mit hohem Ladevolumen.

An den Schlafbereich angeschlossen ist das Raumbad über die gesamte Fahrzeugbreite mit Toilette und separater Duschkabine. Das hochwertige Bad besteht aus einer Keramik-Inlay-Toilette und einer Plexiglas-Duschkabine. Ab dem Modelljahr 2027 ist zudem das indus eco Toilettensystem serienmäßig verbaut. Durch seine Chemiefreiheit leistet es einen Beitrag zur Nachhaltigkeit auf Reisen.

Mittig im Fahrzeug, die L-förmige Küche und die Sitzgruppe teilen sich den vorderen Wohnbereich. Ein ausziehbares Dachbett über dem Sofa bringt zwei weitere Schlafplätze, sodass aus vier festen bis zu sechs Betten werden – allerdings nur mit Kompromissen bei Stehhöhe und Komfort. Die Innenstehhöhe liegt bei 1,96 Metern, die Gesamtbreite beträgt serienmäßig 2,33 Meter, die Gesamthöhe 3,07 Meter.

Kabe Imperial Traq i830 Preis

Der Grundpreis für den Imperial Traq i830 mit Allrad-Antrieb beginnt bei rund 260.000 Euro – eine Hausnummer, die den Sprinter-Trend im Premiumsegment weiter befeuert, zugleich aber im Bereich der sieben Meter langen Edel-Campervans auf Sprinterbasis liegt. Das zeigt, dass der Sicherheitszuwachs durch Allrad im vollintegrierten Format nicht allzu übertrieben ausfällt.

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