Der neue Boxtime 600 MQ ist im Grundriss unauffällig, bietet aber mit der Light Weight Technology Nachhaltiges im Innenausbau.
Knaus bringt trotz des Ausmistens im Sortiment eine neue Kastenwagen-Baureihe. Neben dem konventionelleren Boxlife gibt es ab dem Modelljahr 2026 den Boxtime, der sich durch ein besonderes Nachhaltigkeitskonzept auszeichnet. Basis dafür ist die hauseigene Light Weight Technology und auch das Bad wartet mit Innovationen im Campervan auf. Der Boxtime 600 MQ ist einer von drei Grundrissen.

Auf den ersten Blick ist der Grundriss des Boxtime 600 MQ konventionell. Er reiht sich in die Konzepte der beliebten sechs Meter langen Campervans auf Fiat Ducato Basis ein. Auch die Außenmaße mit 2,05 Meter Breite und 2,58 Meter Höhe sind kompakt und versprechen hohe Agilität im Alltag. In der Basis-Version ist dieser Kastenwagen auch mit dem 120 PS-Motor und 6-Gang-Schaltgetriebe zu haben. Sie erfüllen die Norm Euro 6e-bis.
Alle anderen gängigen Ducato-Varianten mit bis zu 180 PS, 8-Gang-Wandler-Automatik und Maxi Chassis können dazu bestellt werden. Die Wahl des Chassis‘ ist interessant für Camper, die möglichst wenig Gewicht an Bord haben möchten. Der Unterschied liegt bei etwa 40 kg. Das Maxi-Chassis empfiehlt sich für alle, die auflasten wollen oder eine hohe Stützlast von bis zu drei Tonnen für Anhänger oder Wohnwagen benötigen.
Lightweight-Technology? Was steckt dahinter?
Auch wenn ein leichtes Chassis das Gesamtgewicht im Zaum hält, ist damit noch nicht die Lightweight-Technology gemeint. Dabei handelt es sich um eine eigene Entwicklung der Knaus Tabbert AG, die ab dem Modelljahr 2026 in der Kastenwagen-Baureihe Boxtime eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um Ausbaumodule, die je nach Fahrzeuggröße für die Innenverkleidung zusammengestellt werden. Sie sind aus expandierendem Polypropylen (EPP).


Was wird mit der neuen LightWeight-Technology erreicht?
- Weniger Gewicht: Die LightWeight‐Technology macht den Knaus Boxtime 600 MQ im Vergleich mit anderen Campervans leichter. Bei ähnlicher Bauart und Ausstattung bedeutet das weniger Spritverbrauch oder mehr Zuladung. Knaus spricht dabei von mindestens 20 Kilogramm.
- Nachhaltigkeit durch 100 Prozent Recycling: Sollten die Kunststoffe aus den LWT-Modulen einmal entfernt werden müssen, sind sie vollständig wiederverwertbar. Ressourcenschonung und geschlossene Kreisläufe lauten hier die Zauberwörter für Nachhaltigkeit in der technischen Industrie.
- Raumgewinn: Auch wenn die Außenmaße vorgegeben sind, sorgen die Module der LightWeight Technology für mehr Innenraum. Sie sind schlanker und die neue Konstruktion der Oberschränke schaffen einen offeneren Raum, da die Dämmung ein Teil des Mobiliars ist.
- Verbesserte thermische und optische Isolation: Die Dämmeigenschaften der LWT versprechen laut Hersteller ein beständiges Raumklima und mehr Schutz vor Lärm von außen. Erfahrungswerte werden in Zukunft zu einer Einschätzung des Heizenergie-Verbrauchs führen.
Innenausstattung mit innovativem Variobad XL
Auch beim Bad punktet Knaus in Sachen Innovationskraft. Im Boxtime 600 MQ kommt eine neue Variante des Kompaktbades mit Schwenkwand zum Einsatz. Schwenkbäder setzen sich Hersteller übergreifend bei kompakten Fahrzeugmaßen immer stärker durch. Sie sind leicht zu nutzen und bieten hygienischen Komfort, auch beim Duschen. Die Innovation im sogenannten XL Bad besteht in einer Ausbuchtung, die das Raumvolumen über der Toilette der Dusche zuschlägt. So bekommt insbesondere der Oberkörper im Knaus Boxtime 600 MQ mehr Bewegungsfreiheit im Vergleich mit anderen Schwenkbädern.

Zum ergonomischen Ensemble im XL-Bad gehört auch separat montierte Armatur. Neben ihrem eleganten Erscheinungsbild bietet sie eine flexible Handhabung beim Duschen selbst, aber auch bei der Wartung.
Beim Mobiliar kann Knaus im Boxtime 600 MQ auf langjähriges Knowhow zurückgreifen. Die Dinette aus Sitzbank und den beiden drehbaren Sitzen aus dem Fahrerhaus wird mit einem zweiteiligen Tisch komplettiert. Er besteht aus zwei Platten, von denen die untere herausgedreht werden kann, falls eine größere Fläche gebraucht werden sollte. So rückt auch der Beifahrersitz unmittelbar an den Tisch.

Boxtime 600 MQ: Preis wird effektiver durch Pakete
Wer möglichst günstig ins Vanlife einsteigen will, gerät beim Boxtime 600 MQ nicht unbedingt unter Sparfüchse. Dagegen spricht schon der Innovationsschub, den diese Campervans bieten. Der Einstiegspreis liegt bei rund 64.000,- Euro. Dennoch erhält man Komfort-Komponenten wie das neue Bad, die LWT oder entsprechend hochwertige Küchenausstattung. Das Fahrzeug ist auf zwei Personen ausgelegt. Das betrifft nicht nur das Querbett, sondern auch die Sitzplätze mit Drei-Punkt-Gurten. Ein Upgrade für vier Personen ist möglich – bei maximal drei Schlafplätzen.
Knaus bietet zum Boxtime 600 MQ mehrere Pakete an, die Sonderausstattung günstiger machen. Das Funline-Paket enthält für 2.390,- Euro einige Basics: elektrische Einstiegsstufe an der Seitentür, 8-Kanal Lichtsteuerung, apptaugliches Truma-Panel, isolierten Abwassertank, 3,75 Meter Markise, Verdunkelungsrollos. Ersparnis: über 1.800 Euro.
Weitere – teils vom Chassis abhängige Pakete – ermöglichen einen Ausbau der Bord-Technologie. Die Ersparnis liegt dabei bei bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Einzelpreis. Das gilt auch für das Arktis-Paket für Wintercamper. Für 2.450,- Euro (statt 3.391,-) gibt es Sitzheizungen, eine beheizte Windschutzscheibe, einen E-Stab für die ebenfalls optionale Truma Dieselheizung und dementsprechend eine elektrische Fußbodenerwärmung. Zum Set gehören auch Isoliermatten für die Frontscheibe.
Fazit: Der Boxtime 600 MQ könnte wegweisend sein
Knaus liefert im Boxtime 600 MQ und der gesamten Baureihe technische Innovationen, die wegweisend für die Zukunft des Campervan-Segments bei Knaus Tabbert sein können. Nachhaltigkeitskonzepte, die sich positiv auf Zuladung, Nutzraum und Komfort auswirken, sollten für Camping-Reisende immer von gesteigertem Interesse sein. Knaus Tabbert setzt hier auf leise Töne, die eine langfristige Perspektive mit dem kompakten Campervan bieten.
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