Das Hotel St. Elisabeth ist in vielfacher Hinsicht ein Pilgerzentrum, in dem sich viele spirituelle Wege am Bodensee kreuzen.
- Pilgerzimmer: spirituelle Auszeit in St. Elisabeth
- Kapelle im Hotel St. Elisabeth: Kreuz trouvé
- Wallfahrt zur seligen Ulrika: „Kein Maß kennt die Liebe“
- Von St. Elisabeth auf die Pilgerwege am Bodensee
- Der Ulrikaweg nach Hegne
- Der Bodensee-Jakobsweg am Hochrhein
- Der Hegauer Jakobsweg von Radolzell nach Konstanz
- Meinradweg von Rottenburg nach Einsiedeln
- Fazit: Das Hotel St. Elisabeth ist auch ein Pilgerstern
Im Hotel St. Elisabeth laufen viele geistliche Fäden zusammen. Das Hotel ist selbst spirituelles Zentrum und eignet sich zugleich als Zentrum für Pilgerrouten rund um den Bodensee, die von hier aus begangen werden können. Das Haus ist besonders interessant für alle, die einen spirituellen Fokus am Bodensee im Blick haben.
Bereits als sich die Türe in die Lobby öffnet, strahlt das Hotel St. Elisabeth ein Gefühl von Ankommen aus. Wer aus dem Stress vergangener Tage kommt, um sich hier zu erholen, ahnt vermutlich noch nicht, welche Umgebung hier wartet. Andererseits ist es auch kein Problem, wenn einen das Schicksal hier abwirft.
Pilgerzimmer: spirituelle Auszeit in St. Elisabeth

In Hotels kann die Begrüßung nicht nur an der Rezeption, sondern auch im Zimmer selbst von entscheidender Bedeutung sein. Auf dem Schreibtisch finde ich ein Kärtchen, darauf ein „Herzlich Willkommen“ mit Fotos und ersten Eindrücken der Umgebung. Auf den ersten Blick entdecke ich mein persönliches Anliegen: „Wollen sie meditieren und innere Ruhe finden?“ Ja, ist meine Antwort.
Die Zimmer wurden vor kurzer Zeit saniert. Das heißt, die Möbel sind neu und es gibt auch einen Fernseher. Hier gibt es mehr über das Hotel St. Elisabeth in Hegne.

Im Prinzip lässt sich das Hotel St. Elisabeth selbst schon als Pilgerziel benennen. Denn es ist nicht nur Tagungshaus und Bodensee-Hotel, sondern auch Pilgerheim. Das spirituelle Zentrum ist dabei die sogenannte „Stille Zone“ mit einer ungewöhnlichen Kapelle, einen Raum der Stille und einen Meditationsraum. Hier ist es tatsächlich still.
Gebet und Besinnung lassen sich in der besonderen Ästhetik des Hauses verbringen. Wer persönliche Schweige-Exerzitieren macht und die Mahlzeiten schweigend einnehmen möchte, bekommt auch hierzu Gelegenheit. Die gesamte Art der Räume zeigt die interreligiöse und spirituelle Offenheit des Hauses. Dennoch: Einmal in der Woche gibt es eine Bibelmeditation.
Kapelle im Hotel St. Elisabeth: Kreuz trouvé

Ein Aufenthalt in St. Elisabeth ist immer mehr als ein konventioneller Hotelaufenthalt. Das Kloster besteht aus zahlreichen Werken, die teilweise auch von den Hausgästen genutzt werden können. Das gilt zunächst für das spirituelle Angebot.
Wallfahrt zur seligen Ulrika: „Kein Maß kennt die Liebe“
Das Kloster Hegne ist selbst eine Wallfahrtsstätte mit der Krypta der seligen Ulrika Nisch. Sie stammt aus Mittelbiberach und wirkte als Köchin und Ausbilderin an mehreren Standorten der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz in Ingenbohl. In Hegne an ihrem Heimkehrort entstand auch ihr Ruf der Heiligkeit. Hier in der Krypta ist auch der Ort der Verehrung ihrer Person und ihrer Reliquien. Ulrikas Gedenktag ist der 8. Mai, der hier jährlich mit einem Fest begangen wird.

Den Gästen im Hotel St. Elisabeth stehen die Gebetszeiten der Franziskanerinnen von Hegne und zum persönlichen Gebet offen. In der Konradi-Kirche finden meistens die heiligen Messen und das öffentliche Stundengebet statt. Ruhe und Geborgenheit bietet aber auch die Krypta. In diesem Gebetsraum ruhen die Reliquien der seligen Ulrika Nisch, die als einfache Küchenmagd in den Ruf der Heiligkeit gekommen ist. Die daraus resultierende Verehrung hat Hegne auch zu einem Wallfahrtsort gemacht. Die Krypta bietet Stille und Abgeschiedenheit.
Von St. Elisabeth auf die Pilgerwege am Bodensee
Das Hotel St. Elisabeth macht nicht nur Hegne zum Pilgerort. Es ist auch angebunden an die meisten Pilgerwege der Region. Es eröffnet somit die Möglichkeit, hier seine Zelte aufzuschlagen und die vielfältigen Pilgerwege am Bodensee kennenzulernen. Sie verfolgen unterschiedliche spirituelle Ansätze und können beispielsweise in Tagesetappen kennengelernt werden, die mit einer Rückkehr ins Hotel enden.
Der Ulrikaweg nach Hegne
Das Hotel St. Elisabeth steht neben dem Zielort des Ulrikawegs. Er führt vom Geburtsort der seligen Ulrika bei Mittelbiberach zum Kloster in Hegne. Vom Hotel aus bietet sich an, eine Tagesetappe ab dem Kloster Salem oder der Wallfahrtskirche Birnau zu gehen. Der Ulrikaweg bringt Pilger dann zurück zur Krypta und ins Pilgerheim.

Der Bodensee-Jakobsweg am Hochrhein
Das Hotel St. Elisabeth liegt direkt am Jakobsweg – und das sogar in beiden Richtungen. Wie kommt das? Die Jakobswege sind in ganz Europa weit verzweigt. So kreuzen sich auf dem Weg nach Santiago de Compostela in der Region am westlichen Bodensee einerseits eine Nord-Süd-Route, andererseits eine Ost-West-Route.

Zugleich ist es möglich, von Konstanz den Jakobsweg über Einsiedeln zu umgehen und stattdessen die Hochrheinroute in Richtung Basel zur Burgundischen Pforte über Taizé und Cluny zu nehmen. Für Pilger in St. Elisabeth bietet sich hier eine attraktive Etappe auf dem Bodenseeweg. Zunächst kann mithilfe der Fähre von Allensbach die Klosterinsel Reichenau besucht werden. In Mittelzell wartet nicht nur das Markus-Münster, sondern auch der große Kräutergarten nach dem Vorbild des St. Galler Klosterplans und dem Lehrgedicht Hortulus von Walahfrid Strabo.

Anschließend geht es von der Schiffsanlegestelle der Reichenau mit der Solarfähre nach Mannenbach, von wo entlang des Rheins der Weg vorbei an der Wallfahrtskapelle St. Otmar zum Etappenziel Stein am Rhein, das mit seinen einmaligen Häuserfassaden in der Altstadt und dem ehemaligen Kloster St. Georgen aufwartet. Für den Rückweg ins Hotel St. Elisabeth gibt es zwei Möglichkeiten: 1. mit dem Schiff auf dem Rhein zurück zur Reichenau und wieder über die Insel und Allensbach nach Hegne. Oder 2.: mit dem ÖPNV auf festem Boden über Singen oder Konstanz.

Die Glasfenster im Rathaus zeigen die geistliche Verbindung zwischen Stein am Rhein und Einsiedeln. Es zeigt das Jesuskind zwischen der Gottesmutter Maria und dem heiligen Meinrad, der Mönch der Reichsabtei auf der Reichenau war.
Der Hegauer Jakobsweg von Radolzell nach Konstanz
Von Stockach oder Radolfzell nach Hegne. St. Elisabeth liegt am Hegauer Jakobsweg. Er ist ein Teilweg des Netzes der Via Beuronensis. Er kommt von Tübingen über Beuron und führt nach Konstanz. Anschließend geht es weiter durch die Schweiz nach Einsiedeln und Genf in Richtung Santiago de Compostela.

Die Mauritiusrotunde im Konstanzer Münster ist das traditionelle Pilgerziel in der früheren Bistumsstadt. Sie ist eine vom heiligen Bischof Konrad von Konstanz Rundkapelle, die im 10. Jahrhundert frei neben dem damaligen Dom stand. Erst im 13. Jahrhundert wurde der Kreuzgang gebaut, durch den man bis heute in diese altehrwürdige Pilgerstätte gelangt.
Die Mauritiusrotunde symbolisiert die Grabeskirche in Jerusalem. Das machte sie nicht zuletzt deswegen zu begehrten Wallfahrtsort. Zugleich ist sie eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg der Jakobspilger nach Sanstiago de Compostela, die hier bis heute durchkommen. Von hier pilgern sie weiter. Entweder am Hochrhein entlang zur Burgundischen Pforte oder über Einsiedeln, wo im Kloster das Grab des heiligen Meinrad auf Gläubige wartet.

Meinradweg von Rottenburg nach Einsiedeln
Der Meinradweg ist zunächst ein Wortspiel. Als Fahrrad-Pilgerweg zielt es als „Mein Radweg“ auf die persönliche spirituelle Erfahrung während einer Radwallfahrt ab. Als „Meinrad-Weg“ benennt es im heiligen Meinrad die wesentlichen Stationen seines Lebens. Denn der Verlauf von der Sülchen-Kirche bei Rottenburg am Neckar über die Klosterinsel Reichenau nach Einsiedeln entspricht den wesentlichen Stationen seines Lebenswegs im 10. Jahrhundert.
Meinrad stammt aus Sülchen, wo heute die Grablege der Rottenburger Bischöfe ist. Später kommt er in die Klosterschule der Reichenau. In die Reichsabtei tritt er später auch als Mönch ein. Einige Jahre später macht er sich auf den Weg, um Einsiedler zu werden. Seine erste Klause ist am Etzelpass, seine zweite im „finstern Wald“. Das Kloster Einsiedeln und die Marienkapelle in der Basilika stehen der Legende nach an der Stelle, wo Meinrad 926 in seiner Einsiedelei von zwei Räubern ermordet wurde.
Fazit: Das Hotel St. Elisabeth ist auch ein Pilgerstern
Das Hotel St. Elisabeth ist nahezu ideal als Ausgangs- und Zielstation für Menschen, welche die geistliche Tradition der Bodenseeregion in den heutigen spirituellen Begebenheiten kennenlernen wollen. Neben seiner Klassifizierung als 3-Sterne-Superior-Hotel ist es auch ein Stern für spirituell Reisende – nicht zuletzt wegen der günstigen Pilgerzimmer.
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