Im Dauertest musste der Sunlight V66 seine Talente beweisen. Ganz leicht hatte es der schmale Teilintegrierte mit seinen typischen Vanlife-Genen im späten Winter nicht.
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Der Sunlight V66-Test im Überblick


Klassischer Grundriss mit Einzelbetten
Mit dem V66 hat Sunlight einen schmalen Teilintegrierten aufgelegt, der auf 6,65 Meter Länge und 2,14 Meter Breite mit Einzelbetten im Heck ausgestattet ist. Kompakte Maße und ein beliebter Grundriss rücken ihn in de Nähe der 6,40 Meter langen Kastenwagen, geben ihm aber auch den Schliff eines ausgebauten Wohnmobils. Im langen Vanlife-Test konnten wir das Konzept hinter dem Wohnmobil aus Leutkirch im Allgäu kennen lernen. Der Grundriss ist für zwei Personen ausgelegt. Im Mittelteil stehen sich Küche und Vario-Bad gegenüber. Auch die Sitzgruppe ist ganz klassisch und besteht aus den drehbaren Sitzen des Fahrerhaus und einer Halbdinette mit Tisch und Sitzbank im Bugbereich.

Erste Eindrücke vom Sunlight V66 im Video
Eine Kooperation mit TV-Kollege Stefan Peine sorgt für gemeinsames Material für Filme und Berichte. Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern eröffnet neue Möglichkeiten für Bilder. Auf den Filmen im Allgäuer Frühfrühling lässt sich gut erkennen, wie wendig und agil der Sunlight V66 durch kurvenreiche Landschaften mit engen Alleen kommt.
Fiat-Ducato-Basis mit Überraschungen: Allgäu, Tübingen und Oberschwaben
Unsere Tour führte durch mehrere süddeutsche Landschaften. Das ist erwähnenswert, weil wir dadurch auf den verschiedensten Straßen zwischen Landsträßchen und Autobahnen sowie auf steilen und ebenen Strecken unterwegs waren. Das hat uns wichtige Erkenntnisse über den Sunlight V66 eingebracht. Die größte Überraschung lieferte dabei das Topthema Spritverbrauch. Nach knapp 1900 Kilometern erreichte der durchschnittliche Dieselverbrauch einen Wert von nur 7,6 Litern.

Die Gründe für den geringen Spritverbrauch des Sunlight V66 sind vielfältig. Der neue Fiat Multijet Motor scheint stärker auf Sparsamkeit hin gebaut zu sein. Unterstützt wird das durch das Schaltgetriebe. Das windschnittige Fahrerhaus und der schmale Aufbau reduzieren den Fahrtwiderstand maßgeblich. Die kompakten Maße sorgen für ein vergleichsweise geringes Gewicht – laut Hersteller schlanke 2,7 Tonnen in fahrbereitem Zustand. Ein relevanter Faktor ist eine moderate Fahrweise, die im Display durch einen farbigen Balken unterstützt wird. Er zeigt den momentanen Spritverbrauch im Verhältnis zum Durchschnitt eines Trips an.

Ein Blick in den Rückspiegel zeigt zwei Charakteristika der schmalen Teilintegrierten. Die Außenspiegel liegen viel enger am Fahrerhaus an als bei konventionellen Wohnmobilen und der Übergang vom Fahrerhaus zum Aufbau geschieht nahezu unmerklich ohne wesentliche Verbreiterung des Wohnmobils. Diese Eigenschaften unterstützen die Agilität des Sunlight V66 ebenso wie seine kompakte Länge.
Unsere Testtour im April bot viele Wetterlagen. Kalte Nächte mit Minusgraden und Raureif fanden ebenso statt wie sommerliche Temperaturen bei 24 Grad. Da nach Möglichkeit die Heizung nachts abgeschaltet blieb, war es überraschend, dass der Frostwächter nie ausgelöst hat. Anscheinend hält der V66 die Temperaturen recht lange im Mindest-Plus-Bereich.

Die Küche: ein Herzstück im modern Winter-Vanlife
Es ist ja ein gängiges Schlagwort: kurze, schmale Teilintegrierte wollen die Vorzüge von Campervans und Wohnmobilen vereinen. Für das Fahrverhalten haben wir das bereits bestätigt, doch wo sind die Unterschiede – oder gemeinsamen Vorzüge im Innern? Bereits im Eingangsbereich zeigt sich dabei, dass Sunlight im V66 ein Lifestyle-Konzept anbietet, das die Reduktion aufs Wesentliche aus einem Campervan in ein einfaches Wohnmobil übersetzt.

Am besten lässt sich das am Küchenblock erfahren. Er erinnert durch seine Position und Bauart an die Küchen in Kasten: länglich, schmal, direkt an der Aufbautür. Darauf ein Zwei-Flammen-Kochfeld mit Spüle, darunter ein kompakter Kühlschrank, ein Staufach und eine Besteckschublade. Das schafft Vanlife-Charakter und nutzt dem Komfort eines Aufbaus. Entgegen der Karosse im Kasten verjüngen sich die Seitenwände im Teilintegrierten nach oben nicht. Mehr Stehhöhe gibt es ebenso: der V66 ist mit 1,95 Meter Innenhöhe bei 2,74 Meter Außenhöhe auch für größer gewachsene Menschen geeignet, auch wenn Sunlight hier die Möglichkeiten zugunsten einer wohlfeilen Gesamtproportion nicht ausschöpft.
Direkt neben dem Küchenblock schließt sich ein schmaler, hoher Schrank an. Er schafft eine zusätzliche Auflagefläche und auch einen Spritzschutz fürs Bett. Hier ist auch eine Steckdose montiert und der Gedanke an eine fest installierte Kaffeemaschine nicht weit. Zugleich hält dieses Element die Durchsicht nach hinten offen und gibt dem Interieur optische Weite. Direkt im Anschluss an diesen halbhohen Schrank folgt auf gleicher Höhe die Matratze des Einzelbetts. Wer mehr Spritzschutz vermisst, wird durch den halbhohen Vorhang bedient. Er trennt Wohnraum und Schlafbereich auch optisch. Während er Testreise habe ich ihn immer zwischen Schrank und Matratze geklemmt. Das hat sich in vielfacher Hinsicht als nützlich erwiesen, auch bei der Regulierung der Heizluftströme.


Wohnbereich und Bad sind funktional und komfortabel
Die Sitzgruppe besteht ganz klassisch aus den drehbaren Sitzen des Fahrerhauses und einer Halbdinette, sodass bis zu vier Personen am Tisch Platz nehmen können. Der wiederum lässt sich auch absenken, um daraus ein drittes Bett zu machen. So gibt es im Sunlight V66 auch eine Familienoption, obwohl er primär für zwei Personen konzipiert wurde und auch kein optionales Hubbett vorgesehen ist.

Das Bad entspricht den heutigen Möglichkeiten und Moden. Ein Vario-Bad mit Schwenkwand schafft Komfort auf kleinem Raum, was im schmalen Teilintegrierten von besonderer Bedeutung ist. Erwähnenswert ist auch noch die Garage, die bei einer Fahrzeuglänge von 6,66 Meter etwas kleiner ausfällt. Dennoch ist sie hoch und geräumig, so dass hier auch ein oder zwei Fahrräder Platz finden sollten, die dann mit Gurten an den Zurrösen befestigt werden können.

Vanlife im kurzen und schmalen Sunlight V66
Im Sunlight V66 findet sich tatsächlich eine gelungene Balance zwischen Campervan und Wohnmobil. Dies gelingt nicht nur aus der technischen Ausstattung und ähnlichen Maßen. Das Konzept vereint Kastenwagen-Komponenten mit Aufbaukomfort und entwickelt ein auf Einfachheit basierendes Vanlife-Modell, das auf Schnickschnack verzichten kann ohne das Freiheitsgefühl modernen Campings einzuschränken. Es war trotz der kalten Wintermonate eine gute Zeit und die Reise in den Frühling im Sunlight V66 hat Freude bereitet.

Der Sunlight V66 Preis startet bei 59.499 Euro (Stand Sommer 2026). Er positioniert sich damit in der Klasse der schmalen Teilintegrierten unter 60.000 Euro. Er steht unter anderem im Wettbewerb mit der Adria-Tochter Sun Living, die ein vergleichbares Wohnmobil in dieser Kategorie anbietet: Sun Living C 65SL: Kompakter Cruising-Camper mit Einzelbetten auf Ford.
Tipp: Ein Crashsensor ist ein wichtiger und komfortabler Begleiter, der auch an Bord unseres Sunlight V66 war. Allerdings sollte man einen Trick kennen, um ihn nach dem Wechsel der Gasflaschen richtig bedienen zu können: Crashsensor macht zu – wie bekomme ich die Versorgung wieder zum Laufen?
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