Ein kompakter Kastenwagen, der vor schlammigen Pfaden nicht zurückschreckt und im Innenraum auf exklusivem Yacht-Niveau rangiert.
Der Westfalia James Cook Premium 600 D verbindet den Allradantrieb des Mercedes Sprinter mit Karosserieerweiterungen und Offroad-Optionen. Der Kastenwagen ist 5,93 Meter lang und 2,05 Meter breit. Wie verlaufen die Grenzen zwischen Geländegängigkeit, Abenteuer-Trimm und Wohnkomfort?
Der Westfalia James Cook Premium 600 D als Offroader:

Kastenwagen ab Werk, Offroad-Optik gegen Aufpreis
Das Fahrzeug nutzt den Mercedes Sprinter als robustes Fundament. In der Premium-Variante liefert das Basisfahrzeug ab Werk einen leistungsstarken Zweiliter-Dieselmotor mit 190 PS. Das Neungang-Automatikgetriebe trägt die Kraft auf die Achsen. Für die Traktion abseits befestigter Straßen wird serienmäßig 4×4-Allradantrieb verbaut. Das Torque-on-Demand-System regelt die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse elektronisch und passt sich wechselnden Untergründen dynamisch an.
In der Premium-Version geht ohne Führerschein der Klasse C1 nichts. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 4,1 Tonnen. Mercedes füttert den Sprinter bereits ab Werk mit einem Arsenal an Assistenzsystemen. Ein aktiver Bremsassistent, der Totwinkel-Assistent, ein aktiver Spurhalte-Assistent sowie eine Rückfahrkamera und das MBUX 10 Multimediasystem mit 10,25-Zoll-Touchscreen gehören zur Serie. LED-High-Performance-Scheinwerfer bringen Licht auf dunkle Pisten. Wer mehr digitale Hilfe wünscht, legt auf: Ein aktiver Abstands-Assistent und das erweiterte Park-Paket mit 360-Grad-Kamera stehen gleichermaßen auf der Wunsch- und der Preisliste.

Zur potenten Allrad-Technik der Basis bietet Westfalia aufpreispflichtige Offroad-Optik fürs martialische Abenteurer-Gewand. Das Offroad-Optik-Paket enthält Geländefelgen, grobstollige Allterrain-Reifen und Radlaufverbreiterungen. Mit diesem Paket wächst die Höhe von regulären 2,87 auf 2,89 Meter an. Das vergleichsweise unauffällige Reisemobil verwandelt sich zum bulligen Begleiter für raues Terrain.


Rahmenfahrradträger für zwei Fahrräder oder E-Bikes gehören ebenso ins Portfolio der Optionen wie sogenannte Overland-Pakete. Sie transformieren den Westfalia vom zahmen Sprinter-Campervan in einen coolen Abenteuer-Offroader. Ob es für ihn überhaupt ein Reservat in Deutschland gibt? Egal, James Cook hat sein Glück auch nicht in der Heimat gefunden. Ein Händler stellt in einem Video einen komplett mit Overland-Paket ausgestatteten Premium 600 D als Allrad-Offroader vor:
Schlaf-Erker und LED-Lichtkonzept
Im Innenraum sind die seitlichen Ausbuchtungen Im Heckbereich aufgrund der Verjüngungen der Sprinter-Karosse unvermeidlich. Diese architektonische Backen schaffen den nötigen Platz für ein Querbett. Die Schlaffläche wird so auf 2,05 Meter Länge und 1,40 Meter Breite möglich. Matratzen aus Kaltschaum liegen auf einem atmungsaktiven Meshgewebe.

Die weißen Möbelfrontenkontratieren die warmen Holzdekore. Helle Ledersitze im Rautenstepp und eingestickten Windrosen bilden die Sitzgruppe. Für diese edle Leder-Polsterung verlangt Westfalia einen Aufpreis. Bei einer Innenstehhöhe von 1,90 Metern können sich auch groß gewachsene Camper noch aufrecht bewegen. Das Lichtkonzept verstärkt den Premium-Anspruch. Das optionale Westfalia Plus Paket enthält ein dimmbares LED-Ambientelicht, das den Dachhimmel, die Nasszelle und die Fensterrahmen ausleuchtet. Mit im Paket sind zudem eine Fliegenschutztür und eine elektrische Zuziehhilfe für die Schiebetür.

Im Küchenblock steckt ein Kompressor-Kühlschrank mit 90 Litern Volumen. Als stirnseitiger Auszug ist die Schublade von außen und von innen erreichbar. Auch Offroader kochen auf einem zweiflammigen Gaskocher mit Piezozündung, dazu gibt’s die nicht minder übliche Spüle. Die kompakte Nasszelle überrascht mit einer Banktoilette, einem Klappwaschbecken und einer integrierten Dusche. Gelüftet wird auch mit einem Badfenster.


Eine 5kW-Dieselheizung bringt Wärme. Die Steuerung über das Touch-Panel erlaubt im Wohnraum und im Bad eine Zwei-Zonen-Regelung. Ansonsten das übliche zum Ablesen der Batterie- und Wasserstände.

Der Westfalia James Cook Preis fordert ein solides Budget
Wer diese Premiumklasse der Kastenwagen fahren will, kommt ohne liquide Ressourcen nicht weit. Der Einstiegspreis für den James Cook Premium 600 D liegt bei 115.900 Euro. Dafür gibt es den starken Motor mit Automatik und Allrad. Da bleibt also reichlich Luft nach oben für Individualisierungen. Die zahllosen Extras (darunter die hier gezeigte Lackierung in Resedagrün) machen die Skala nach oben. Wer im Winter autark campt, investiert besser in das Winterpaket. das bedeutet Fußbodenheizung sowie beheizten Duschtasse, Abwassertanks und zusätzliche Isoliermatten.
Apropos Autarkie: Strom jenseits des Landstroms bringt die optionale 150-Ah-Lithiumbatterie. Die Transportoptionen am Heck, also ein massiver, schwenkbarer Rahmenfahrradträger fordert Tribut im Portemonnaie. Über Geld redet man da besser nicht zu laut, doch soviel: die 140.000 Euro sind schnell erreicht. Der Westfalia James Cook 600 D in dieser Ausstattung trägt also den Titel Premium nicht von ungefähr. Dafür tut er das dann auch das ganze Jahr.
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