Sunlight V66 am Waldrand

Sunlight V66: schmaler, kurzer Teilintegrierter für spannendes Vanlife

Im Dauertest musste der Sunlight V66 seine Talente beweisen. Der schmale Teilintegrierte trägt typische Vanlife-Gene in sich.

Mit dem V66 hat Sunlight einen schmalen Teilintegrierten aufgelegt, der auf 6,65 Meter Länge und 2,14 Meter Breite auf Einzelbetten im Heck ausgerichtet ist. Mit diesen kompakten Maßen und dem beliebten Grundriss ist er ein wenig größer als ein 6,40 Meter langer Kastenwagen. Im Dauertest kommt das Konzept hinter dem schmalen Wohnmobil aus Leutkirch im Allgäu ans Licht.

Klassischer Grundriss mit Einzelbetten

Grundriss Sunlight V66
Grafik: © Sunlight GmbH

Der Grundriss ist für zwei Personen ausgelegt, die gerne in den beliebten Einzelbetten schlafen. Im Mittelteil stehen sich Küche und Vario-Bad gegenüber. Die Sitzgruppe wird ganz klassisch gebildet aus den drehbaren Sitzen des Fahrerhaus und einer Halbdinette mit Tisch und Sitzbank.

Sunlight V66 Adventure im Morgenlicht

Testroute mit Überraschung: Allgäu, Tübingen, Oberschwaben

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Unsere Tour führte durch mehrere süddeutsche Landschaften. Das ist erwähnenswert, weil wir dadurch auf den verschiedensten Straßen zwischen Landsträßchen und Autobahnen sowie auf steilen und ebenen Strecken unterwegs waren. Das hat uns wichtige Erkenntnisse über den Sunlight V66 eingebracht. Die größte Überraschung lieferte dabei das Topthema Spritverbrauch. Nach knapp 1900 Kilometern erreichte der durchschnittliche Dieselverbrauch einen Wert von nur 7,6 Litern.

Die Gründe für den geringen Spritverbrauch des Sunlight V66 sind vielfältig. Der neue Fiat Multijet Motor scheint stärker auf Sparsamkeit hin gebaut zu sein. Unterstützt wird das auch durch das Schaltgetriebe. Das windschnittige Fahrerhaus und der schmale Aufbau reduzieren den Fahrtwiderstand maßgeblich. Die kompakten Maße sorgen für ein vergleichsweise geringes Gewicht – laut Hersteller schlanke 2,7 Tonnen in fahrbereitem Zustand. Ein relevanter Faktor ist eine moderate Fahrweise, die im Display durch einen farbigen Balken unterstützt wird. Er zeigt den aktuellen Spritverbrauch im Verhältnis zum Durchschnitt eines Trips an, der durch einen Punkt markiert wird.

Display im Fahrerhaus

Unsere Testtour im April bot viele Wetterlagen. Kalte Nächte mit Minusgraden und Raureif fanden ebenso statt wie sommerliche Temperaturen bei 24 Grad. Da nach Möglichkeit die Heizung nachts abgeschaltet blieb, war es überraschend, dass der Frostwächter nie ausgelöst hat. Anscheinend hält der V66 die Temperaturen recht lange im Mindest-Plus-Bereich.

Sunlight V66: Link zum Videoporträt

Eine Kooperation mit TV-Kollege Stefan Peine sorgt für gemeinsames Material für Filme und Berichte. Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern eröffnet neue Möglichkeiten für Bilder. Auf den Filmen im Allgäuer Frühfrühling lässt sich gut erkennen, wie wendig und agil der Sunlight V66 durch kurvenreiche Landschaften mit engen Alleen kommt.

Blick in Rückspiegel bei Sonnenuntergang

Ein Blick in den Rückspiegel zeigt zwei Charakteristika der schmalen Teilintegrierten. Die Außenspiegel liegen viel enger am Fahrerhaus an als bei konventionellen Wohnmobilen und der Übergang vom Fahrerhaus zum Aufbau geschieht nahezu unmerklich ohne wesentliche Verbreiterung des Wohnmobils. Diese Eigenschaften unterstützen die Agilität des Sunlight V66 ebenso wie seine kompakte Länge.

Das Herzsück: die Küche

Es ist ja ein gängiges Schlagwort: kurze, schmale Teilintegrierte wollen die Vorzüge von Campervans und Wohnmobilen vereinen. Für das Fahrverhalten haben wir das bereits bestätigt, doch wo sind die Unterschiede – oder gemeinsamen Vorzüge im Innern? Bereits im Eingansgbereich zeigt sich dabei, dass Sunlight im V66 ein Lifestyle-Konzept entwickelt hat, das die Reduktion aufs Wesentliche aus einem Campervan in ein einfaches Wohnmobil integriert.

Der Küchenblock erinnert durch seine Position und Bauart stark an die Küchen in Kastenwagen: länglich, schmal, direkt an der Aufbautür, mit Zwei-Flammen-Kochfeld, Kühlschrank darunter (aber nicht mit beidseitig angeschlagener Tür an der Stirnseite). Das schafft Vanlife-Charakter und mutzt den Komfort eines Aufbaus. Die Seitenwände verjüngen sich nicht nach oben und die Stehhöhe ist auch für großgewachsene Menschen geeignet. Direkt neben dem Küchenblock schließt sich ein schmaler, hoher Schrank an. Er schafft – und damit sind wir im Wohnmobil-Segment – eine zusätzliche Auflagefläche. Hier ist auch eine Steckdose und der Gedanke an eine fest installierte Kaffeemaschine nicht weit.

Küchenblock

Zugleich hält dieses Element die Durchsicht nach hinten offen und gibt dem Interieur eine optische Weite. Doch direkt im Anschluss folgt auf gleicher Höhe die Matratze des Einzelbetts. Wer einen Spritzschutz von vermisst, wird durch den halbhohen Vorhang beglückt, der den Wohnraum vom Schlafbereich trennt. Er kann zwischen Schrank und Matratze geklemmt werden und hat sich in vielfacher Hinsicht als sehr nützlich erwiesen, zum Beispiel auch bei der Regulierung der Heizluftströme.

Vorhang vor Schlafbereich

Wohnbereich und Bad sind funktional und komfortabel

Die Sitzgruppe besteht ganz klassisch aus den drehbaren Sitzen des Fahrerhauses und einer Halbdinette, sodass bis zu vier Personen am Tisch Platz nehmen können. Der wiederum lässt sich auch absenken, um daraus ein drittes Bett zu machen. So gibt es im Sunlight V66 auch eine Familienoption, obwohl er primär für eine oder zwei Personen konzipert wurde.

Sitzgruppe

Das Bad entspricht den heutigen Möglichkeiten und Moden. Ein Variobad mit Schwenkwand schafft Komfort auf kleinem Raum, was im schmalen Teilintegrierten von besonderer Bedeutung ist. Erwähnenswert ist auch noch die Garage, die bei einer Fahrzeuglänge von 6,65 Meter etwas kleiner ausfällt. Dennoch ist sie hoch und geräumig, so dass hier auch ein oder zwei Fahrräder Platz finden sollten, die dann mit Gurten an den Zurrösen befestigt werden können.

Reporter schaut in Garage

Vanlife im kurzen und schmalen Sunlight V66

Im Sunlight V66 findet sich tatsächlich eine gelungene Balance zwischen Campervan und Wohnmobil. Dies gelingt nicht nur aus der technischen Ausstattung und ähnlichen Maßen. Das Konzept vereint einerseits Kastebwagen-Komponenten mit Aufbaukomfort und entwickelt ein auf Einfachheit basierendes Vanlife-Modell, das auf Schnickschnack verzichten kann ohne das Freiheitsgefühl modernen Campings einzuschränken. Der Grundpreis startet deshalb bei schmalen 60.500 Euro.

Tipp: Ein Crashsensor ist ein wichtiger und komfortabler Begleiter, der ajuch an Bord war. Allerdings sollte man einen Trick kennen, um ihn nach dem Wechsel der Gasflaschen richtig bedienen zu können: Crashsensor macht zu – wie bekomme ich die Versorgung wieder zum Laufen?

Crash-Sensor im Gaskasten

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