Elefantenplatz auf dem Gitzenweiler Hof zum 30-jährigen Jubiläum von Heidrun Müller

Gitzenweiler Hof in Lindau: 30 Jahre Heidrun Müller im Campingpark am Bodensee – und ein Plan für die Zukunft

Vor 30 Jahren übernahm Heidrun Müller den Campingpark Gitzenweiler Hof in Lindau am Bodensee. Das Jubiläum bot Gelegenheit zum Rückblick, bot ein rauschendes Fest und sorgte für überraschende Ankündigungen.

Alle Camper kennen irgendwie den Gitzenweiler Hof in Lindau. Für die einen ist er traditionelle Durchfahrt-Station auf dem Weg in den Süden, anderen der Campingpark in Lindau gar als ihre zweite Heimat. Seit über 60 Jahren gibt es diesen Camper-Hotspot, aber seit 30 Jahren betreibt ihn Inhaberin Heidrun Müller mit ihrem Team als lebendigen Campingplatz am Bodensee. Das musste gefeiert werden.

Heidrun Müller auf der Animationsbühne im Gitzenweiler Hof

Fränkisch-bayerische Wege an den Bodensee

Wer Heidrun Müller kennt, weiß, dass sie eine gut vernetzte und proaktive Unternehmerin in der Campingbranche ist. Einen Plan dafür gab es nicht. Eher im Gegenteil. Es kam, wie es kam. Den Gitzenweiler Hof kannte sie zunächst als „Standardgast“: von ihrer fränkischen Heimat Bad Kissingen kommend machte sie 1995 einen Zwischenstopp mit dem Zelt auf dem Weg zu Rock am See in Konstanz. Damit keine Camping-Illusionen aufkommen konnten, regnete es in Strömen. Damals war sie Anfang 20 und dass sie ausgerechnet hier Halt machte, war nicht ganz zufällig.

Heidrun Müller machte damals eine Ausbildung zur Steuerfachfrau in der Kanzlei ihrer Eltern in Bad Kissingen. Der Gitzenweiler Hof gehörte damals einem Kunden ihrer Eltern, den sie mitbetreute. Doch der Inhaber und Geschäftsführer Alfred Lindstedt verstarb unerwartet und die Witwe beauftragte die Kanzlei Müller mit der Abwicklung. Auf einmal stellte sich die Frage, ob die Familie den Naturcampingplatz selbst kauft. Nach kurzer Überlegung schlug man zu und setzte Heidrun Müller als Geschäftsführerin ein.

Feuershow mit brennender 30

Mit dem Bild von heute hatte das noch wenig zu tun. Heidrun, genannt „Die Kleine“, erkannte den Bedarf für einen naturnahen Camping-Tourismus und investierte über die Jahre Millionenbeträge. Den Anfang machte der Umstand, dass sie ganz alleine die Aufgaben übernahm, von der Buchhaltung über die Rezeption, das Marketing, die Einweisung auf dem Platz, die Putzdienste und die Animation. Schnell wurde es notwendig, ein Team aufzubauen. Der Erfolg gab ihr Recht: in den ersten fünf Jahren bis zur Jahrtausendwende konnte sie die Übernachtungszahlen verfünffachen.

Schlechte Lage am Bodensee? Nö. Alleinstellungsmerkmal!

Mitverantwortlich für den Erfolg ist Heidruns Marketingtalent. Sie wusste immer zu netzwerken, gute Leute ins Team zu holen, auf Messen zu werben, für die Gäste attraktive Angebote zu entwickeln und Innovationen aufzugreifen. Sie hat ein regelrechtes Faible für Pilotprojekte.

Rezeption mit vollautomatischer Schranke
Das begehrte Nadelöhr. Wer hier durchkommt, ist drin.

Als eine der ersten installierte sie die vollautomatische Schranke am Ein- und Ausgang. In jüngerer Zeit gehören der BBQ-Butler, der Camping Butler und das vollautomatische Camping-Kaufhaus zu den innovativen Errungenschaften des modernen 5-Sterne-Campingparks.

Camping to go
Das Camping-Kaufhaus ist die jüngste Innovation auf dem Gitz.

Das Camping-Kaufhaus wurde erst im Jubiläumsjahr 2025 errichtet. Alle neuen Projekte sind immer auch mit Risiken behaftet, die Heidrun Müller durch ihre progressive Art mitträgt. Doch der eigentliche Star des Platzes ist ein anderer.

Kunst kreiert Fany und der Gitz wird Campingpark

Auf dem Gitzenweiler Hof kommt niemand an ihm vorbei. Wer hier hineinfährt, sieht als Erstes den Elefantenplatz und mit ihm eine große Bronze-Skulptur des Hauselefanten. Dieser Elefant wurde Vorbild für Fany, der vielen Familiencampern das ist, was den Bildungskindern die Maus, den TV-Kids Käpt’n Blaubär und Hein Blöd, den Europapark-Fans die Euromaus und den Oberschwaben Lotti Karotti im benachbarten Ravensburger Spieleland.

Fany
Fany während der täglichen Kinder-Disco.

Fany ist das Maskottchen des Gitz und so eine Art guter Hirte für die Camping-Kinder, wenn sie zur Kinder-Disco und zum Animationsprogramm kommen. Hier können Sie sich ganz ihren Gefühlen überlassen und in die Urlaubsstimmung hinein fallen lassen. Vorbild ist hierfür die Skulptur auf dem Elefantenplatz. Wer den Gitz kennt, weiß auch, dass die Kinder-Disco eher das pädagogische Herzstück für die Eltern ist. Sie werden plötzlich alle zu Animateuren ihrer Kinder und können so unbeschwert Dampf ablassen von den Lasten in Beruf und Familie.

Heidrun Müller auf dem Gitzenweiler Hof mit Skulptur von Imre Varga.
Kunst zum Anfassen fürs Team und Gäste auf dem Elefantenplatz.

Noch ein Wort zur Skulptur auf dem Elefantenplatz: Die Müllers waren schon immer eine kunstsinnige Familie. Zu den Verbindungen gehört auch der ungarische Bildhauer Imre Varga. Er ist einer der bedeutendsten international tätigen Bildhauer des 20. Jahrhunderts und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Bekannt sind seine Figuren für die ungarische Grotte im Vatikan, eine Kapelle, die Maria als „Unsere große Frau, Königin von Ungarn“ geweiht ist oder auch die Figur des heiligen Königs Stephan von Ungarn, am Aachener Dom. Heidrun Müllers Vater managte Imre Vagra in Deutschland und schuf so die Brücke zur Skulptur auf dem Elefantenplatz des Gitzenweiler Hofs.

Gitz-Hits: Naturnahe Angebote für Camper

Im Mittelpunkt des Campingparks steht nach wie vor das Thema Natur-Camping. Daran ändert auch die umfassende Infrastruktur nichts, ebenso wenig die Zukunftspläne. Naturnähe bleibt der Leuchtturm auf dem Gitzenweiler Hof. Sie soll eine Balance zum Ausgleich vom Alltag bieten. Auf dem Platz wird das nicht zuletzt durch die neue Parzellierung geschaffen. Das gesamte Areal wurde in etwa 500 Mietbereiche eingeteilt und garantiert allen Besuchern ausreichend Platz für ihren Campingurlaub. Im Vergleich zu früher liegt die Maximalbelastung seither etwa 20 Prozent niedriger. Dieses „Weniger ist mehr“ erhöht so auch die Qualität in allen Angebotsbereichen.

Menschenmenge
Sehr gut besuchte Presskonferenz im Wirtshaus.

Warum wird das Freibad im Gitzenweiler Hof geschlossen und was passiert in Zukunft?

Für die Journalisten und Blogger veranstaltete Heidrun Müller zu ihrem Jubiläum eine eigens einberufene Pressekonferenz. Diese Wertschätzung kommt nicht von ungefähr. Die Schreiberei gehört auch zu ihren Talenten, das sie immer wieder einbringt. Vermutlich dürfte so manches Unternehmen etwas neidisch auf den guten Besuch in der Pressekonferenz blicken. Dabei waren nicht einmal alle dabei. Einige mussten aus Termingründen schon am Tag zuvor kommen, andere wollten einfach mal „etwas länger schlafen“.

Freibad im Gitzenweiler Hof

Der Besuch lohnte sich, denn es gab exklusive Neuigkeiten zu verkünden. Unter vorgehaltener Hand und manch irritierter Reaktion, wurde es auf dem Jubiläums-Fest offiziell. Heidrun Müller gab bekannt, dass sich das Freibad auf dem Gitzenweiler Hof bereits in seiner letzten Saison befindet und anschließend nicht mehr weiter betrieben wird.

Auf den ersten Blick ist das vielleicht ein unverständlicher Schritt, denn viele Gäste nutzen es gerne als erfrischendes Familienangebot. Heidrun Müller erklärt dazu: „Wir müssten zwei bis drei Millionen Euro in ein neues Freibad investieren, um den aktuellen Anforderungen und Bestimmungen gerecht werden zu können“. Das ist ihr zu viel. So peilt man Kooperationen an, insbesondere mit der Therme Lindau, die in Verbindung mit der Echt Bodensee Card zügig und kostenfrei zu erreichen ist. Vor Ort soll es dennoch wässrig bleiben: angedacht ist eine Art Spielbereich mit Nebelduschen.

Das Wirtshaus (li.) wird einen Neubau weichen, im Vordergrund der Camping Butler.

Ein zweiter Grund sind andere, wichtigere Investitionen, die auch einen Ausblick auf den Wandel des Konzeptes bieten. Das Wirtshaus am Elefantenplatz hat keine ausreichende Bausubstanz mehr und soll abgerissen werden. In den nächsten Jahren entsteht am gleichen Ort ein neues Gebäude. Neben einer Gastronomie bekommt es eine Saline und einen Veranstaltungssaal mit mindestens 500 Plätzen und ein neuer Sanitärbereich. Ziel ist es, Camping als ganzjährige Urlaubsform anzubieten, bei der jede Jahreszeit durch ihre speziellen Angebote attraktiv wird.

Der Gitzenweiler Hof bleibt also auf Innovationskurs und arbeitet am Campingplatz der Zukunft, der Faktoren wie Struktur- und Klimawandel in sein Konzept einbezieht.

Ein rauschendes Fest zum 30-jährigen Jubiläum – aber es gibt noch mehr

Das drei Tage dauernde Jubiläums-Fest war eine Reminiszenz an alle Partner, die mit dem Gitzenweiler Hof verbunden sind. Das gilt für die Vertriebs- und Markenpartner gleichermaßen wie für die kulturellen Akteure, die Journalisten und Influencer und auch die Menschen, für die der Gitzenweiler Hof Alltag bedeutet.

Camping ist bunt

„Camping ist bunt“, lautete das Motto am Festwochenende. Ein paar unvollständige Eindrücke gibt es in der Jubiläums-Galerie:

Das war noch lange nicht alles. Heidrun Müller sagt sogar, dass die Feier zum 30-jährigen Jubiläum eher bescheiden ausgefallen ist. Denn der Gitz soll im nächsten Jahr zum 65-Jährigen noch größer gefeiert werden, nachdem das 60-Jährige wegen der Pandemie ausfallen musste. Aber dann wird die gesamte Geschichte gefeiert.

Hinterlasse doch einen Kommentar

Erlesen: Aktuelle Buchbesprechungen und Lesetipps