111 Orte im und am Bamberger Dom / Symbolbild

Buchtipp: 111 Orte im und am Bamberger Dom, die man gesehen haben muss

Norbert Jung und Harry Luck haben 111 Orte im und am Bamberger Dom zusammengestellt, die die Bistumskirche zum Entdeckungsraum macht.

In 111 Orte im und am Bamberger Dom haben sich mit Norbert Jung und Harry Luck ein Domkapitular und der Pressesprecher des Bistums auf den Weg durch ihre Heimatkirche gemacht, was vom emeritierten Erzbischof Ludwig Schick mit einem Vorwort und dem Fotografen Dominik Schreiner mitgetragen wird.

Vielleicht fragt man sich anfänglich, wie an einem Ort 111 Orte im und am Bamberger Dom vorgestellt werden können, auch wenn einige von ihnen im benachbarten Diözesanmuseum untergebracht sind. Doch die Erkundung gelingt und freilich werden auch die drei prominentesten Orte der Bistumskirche vorgestellt: das Kaisergrab von Heinrich II. und Kundigunde, das Papstgrab Clemens II. und der Bamberger Reiter.

Diese berühmte Trias hat die Ordnungsnummern 53, 81 und 9 erhalten, was weder ihre Prominenz unterstreicht noch eine andere Ordnung preisgibt, denn es ist weder eine besondere zeitliche noch räumliche Organisation in der Reihenfolge der 111 Orte im und am Bamberger Dom erkennbar. Aber das muss sie auch nicht, denn es liegt ja auf der Hand, dass man das Buch in erster Linie vor Ort – genauer: vor den Orten – benutzt. Und dabei helfen einige Karten im hinteren Teil, auf denen die Zahlen abgelesen werden können.

Die (Teil-)Orte selbst – und dazu gehören auch liturgische Feste wie die berühmte Bamberger Prozession an Fronleichnam – erzählen dann detailreich im Kontext der Bistumsstiftung zu Anfang des 11. Jahrhunderts, dem Neubau des Domes im 14. Jahrhundert und all ihrer Geschichten, Wirrungen und bewegten Zeiten, in denen Bamberg (“das fränkische Rom”) mit seinen sieben Hügeln immer ein Wörtchen mitsprechen konnte.

Dabei ist das Buch nicht nur ein Medium für eine Zeitreise in die Vergangenheit, denn 1 Kapitel gehört sogar dem höchst modernen Defibrillator und auch das aktuelle Wappen des Bischofs von Rom in der päpstlichen Basilika verweist auf die Brücken zwischen Tradition und Gegenwart. Die “Papabilität” des Bamberger Domes zeigt sich neben dem einzigen päpstlichen Grab nördlich der Alpen auch in den verhältnismäßig vielen Besuchen verschiedener Päpste.

Die einzelnen Stationen in der Basilika zeigen die Verwobenheit von Weltkirche und Ortskirche, von globalen Zusammenhängen und lokalen Besonderheiten in Prozessen und Menschen, die das Buch unprätentiös und nahbar vorstellt. Fast etwas überraschend gibt es besonders viele Orte, die der heiligen Kaiserin Kunigunde zufallen, während ihr regierender Gatte Kaiser Heinrich II. dahinter zurück steht.

Doch nach dem Stifterpaar warten noch zahlreiche andere Altäre, Modelle und Figuren, die vom Evangelium, der Baugeschichte, Ritualen und heiligen Menschen erzählen. Alles in allem ein besonderes Buch, das die Spuren des Christentums im Bamberger Dom verdichtet und auch offene Fragen transparent macht. Ideal für alle katholischen Franken, die ihren Dom besser kennen lernen wollen und auch gut geeignet als Reiseführer für Gäste, die in der Stadt Halt machen. Dies gilt nicht zuletzt in Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2024 zum 1000. Todestag Heinrichs II.

111 Orte im und am Bamberger Dom, die man gesehen haben muss

von Norbert Jung und Harry Luck, mit Fotografien von Dominik Schreiner, Emons Verlag (erschienen am 18. Mai 2023), kartoniert, 13.7 x 2.2 x 20.5 cm, 240 Seiten, 18,00 Euro, ISBN 978-3740817466.

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