St. Wendelins-Kapelle Schnepfegg im Bregenzerwald

Im Bregenzerwald auf herbstlicher Genusstour

Eine herbstliche Tagestour im Bregenzerwald führt zu den Schönheiten Vorarlbergs.

Der Bregenzerwald ist vom Bodensee aus mit dem Auto gut erreichbar und die Vorzüge der EU sorgen dafür, von Lindau in einer Stunde ins österreichische Vorarlberg zu kommen. Auf dem Autobahnabschnitt zwischen Bregenz und Dornbirn wird keine Maut erhoben.

Ihr könnt also ohne Pickerl einreisen. Aber Obacht: Die Bußgelder bei Geschwindigkeitskontrollen sind viel höher als in Deutschland, also an die Regeln halten und genießen.

Wegweiser Wanderwege Wandern im herbstlichen Bregenzerwald bei Schnepfau

Für unsere kleine Wanderung im Bregenzerwald fahren wir zunächst über Egg und Mellau nach Schnepfau. Der Ort im Tal der Bregenzerache zeigt schon aus weiterer Entfernung den Kirchturm des Ortes, von wo unsere Tour beginnt. Hier gibt es einige Parkplätze und auch eine Karte und Wegweiser durch die Wanderregion.

Nach einem Blick in die Pfarrkirche aus dem 19. Jahrhundert beginnt die Wanderung unmittelbar mit einem steilen Anstieg. Es empfiehlt sich also, die Wanderung langsam anzugehen, auch wenn sie recht kurz ist. Unser Ziel ist die St. Wendelins-Kapelle auf Schnepfegg.

Die Mühen des Aufstiegs werden schnell durch herrliche Berg-Tal-Panoramen über den Bregenzerwald entschädigt.

St. Wendelin auf der Schnepfegg

Die angegebenen 20 Minuten Laufzeit sind eher für geübte Wanderer formuliert. Aber auch 30 Minuten sind durchaus zumutbar und die St. Wendelins-Kapelle ist unmittelbar nach Ankunft auf der Alm im Blick der Wanderer.

Die Frage, weshalb dort oben eine Kapelle gebaut wurde, beantworte ich mir so: der heilige Wendelin ist Schutzpatron des Viehs und ihrer Bauern. Und auf den Höhen des Bregenzerwaldes befindet sich Weideland. Solche Kapellen dienen dem Schutz der Hirten, und das nicht nur in geistlicher Weise.

Die Architektur der Kapelle gibt schon äußerlich Auskunft über seine Funktion. Dem steinernen Schiff ist ein hölzerner Vorbau angegliedert. Hier befinden sich zwar Kniebänke für Betende, aber in erster Linie ist so ein Vorraum eine Schutzhütte bei schlechter Witterung im Bregenzerwald. Von hier aus kann man auch das Schiff mit dem Altarraum betreten.

Doch leider war hier Schluss, denn die Tür war abgeschlossen. Einzig zwei Fenster geben den Blick frei ins Innere der Kapelle. Wir kamen in der Woche (“Oktav”) nach dem Gedenktag des heiligen Wendelin am 20. Oktober. Neben dem Altarbild und einem Relief im Altarraum stand eine weitere Wendelins-Figur zwischen Blumen vorne am Altarraum, die anlässlich des Patroziniums aufgestellt wurde.

Der Bregenzerwald erinnert in seiner Volksfrömmigkeit an den Pfaffenwinkel oder andere ländliche Regionen, die das christliche Erbe nach wie vor pflegen.

Einkehr im Berghaus und Käse aus der Sennerei

Für den Rückweg bleiben wir zunächst noch auf der Höhe und suchen einen alternativen Abstieg. Während einiger hundert Meter werden wir wieder mit wundervollen Ausblicken auf den Bregenzerwald und die Berge verwöhnt. Der alternative Abstieg führt allerdings nur über Straßen, im Gegenzug kommt man an kulinarischen Highlights vorbei.

Blick über den Bregenzerwald Der Bregenzerwald ist eine an das Allgäu grenzende Region im Norden Vorarlbergs.

Oben auf der Alm erwartet Gäste ein Panorama-Berghaus mit durchgehender Küche. Das beliebte Ausflugsziel überzeugt auch mit moderaten Preisen. Unten angekommen, durchwandert man den Ort Schnepfau.

Im Ort kann man regelrechte Käseschnäppchen machen, die eine Sennerei im Kühlschrank auch 24/7 verkauft. Im Probierpack kommt man auf ca. 10 Euro pro Kilogramm – gentechnikfrei aus traditionellem Handwerk (Stand November 2022).

Forellen essen am Teich in Au

Nach der Wanderung wird auch im Bregenzerwald gerne gut gegessen. Wir fahren an diesem Tag ein paar Kilometer weiter in den hinteren Bregenzerwald. Kurz vor Au gibt es einen Forellenteich mit Gartenwirtschaft.

Eine Besonderheit hier ist, dass man seinen Fisch selbst fangen und anschließend auf dem Grill zubereiten lassen kann. Die Aufforderung der Betreiber, auf artgerechte Tötung der Tiere zu achten, gelingt jedoch wegen des fehlenden landwirtschaftlichen Geschicks mancher Gäste nicht immer.

Davon unbenommen ist dennoch das einmalige Aroma einer gegrillten Forelle, die hier mit Pommes frites oder Salzkartoffeln serviert wird. Dazu gibt’s ein Helles aus der Region. Guten Appetit!

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